… andere Teilnehmer dadurch kostenfrei netzwerken können.
… wir selbst begeisterte Barcamper sind und uns der Austausch inspiriert.
… wir zusammen einen kleinen Beitrag zum Wandel in der Bildungslandschaft leisten.EduCamp HamburgNach tollen Educamp-Teilgaben 2011 in Bielefeld, 2012 Köln und Ilmenau freuen wir uns sehr auf das heute beginnende Camp in Hamburg. Auf den bisherigen 3 Camps haben wir spannende Menschen und Themen kennenlernen dürfen:
In Bielefeld lockten wir mit einem Rap viele Teilgeber in eine Session zur Foto-Ampel.

In Köln waren wir u.a. in der Session von Angelika Beranek und Martin Kurz zum Thema Schülermedienscouts, was nun im gemeimsamen Projekt der “Digitale Helden” mündet.

Digitale Helden Logo

Digitale Helden Logo

In Ilmenau habe ich eine Session zu “Etherpads in der Hochschullehre” angestossen, welche von Ralf Appelt mit einer Sketchnote geadelt / gebündelt und von Tine Nowak zusammengefasst wurde.

Sketchnote Etherpads

Sketchnote Etherpads von Ralf Appelt

Diese intensive Erfahrung wollen wir weiter unterstützen und auch anderen ermöglichen. Daher sind wir (als SicherDeinWeb) in Hamburg auch als Sponsoren dabei! Nun sind wir sehr gespannt auf die Menschen und Sessions, lasst uns gemeinsam etwas draus machen! Die offene und zupackende EduHack-Atmosphäre macht bereits Lust auf mehr…

Gregory Grund vom Team SicherDeinWeb

Am Do., den 21.02.2013 werde ich auf der Bildungsmesse Didacta in Köln einen Input zum Thema “Cybermobbing – Herausforderung für den Sozialraum Schule” anbieten.
Kommen Sie gerne vorbei! Los geht es am Donnerstag um 14 Uhr. Ort ist das Fachforum Unterrichtspraxis des Verbandes Bildungsmedien in Halle 9, Stand D30/E31.
Alle, die gerne davor, dabei oder danach mitlesen möchten, finden hier die Webversion der Präsentation sowie weiter unten das Handout zum Download.

Hier können Sie das Handout als PDF runterladen.

Creative Commons Lizenzvertrag
Präsentation “Cybermobbing – Herausforderung für den Sozialraum Schule” von SicherDeinWeb steht unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Prävention von Cybermobbing in der Schule gemacht? Ich freue mich auf Ihr Feedback!
Ihr Gregory Grund von SicherDeinWeb.

Digitale Helden Logo

Das Peer-Education-Programm “Digitale Helden” startet am Safer Internet Day 2013 mit fünf Schulen unter dem Motto: Medienkompetenz zur Prävention von Onlinemobbing.

Inhalte dieses Peer-Education-Programms für Schülerinnen und Schüler sind:

  • Prävention von Onlinemobbing
  • Aufklärung und Information über den bewussten Umgang mit dem Internet
  • Nachhaltige Medienbildung
  • Qualifizierung für das Berufsleben

Digitale Helden – die Idee
Jugendliche bringen oft ein glaubwürdigeres und oftmals besseres Verständnis für die Belange und Probleme von MitschülerInnen auf, als Erwachsene. Sie kennen sich untereinander und nutzen das Internet auf ähnliche Weise. Medienkompetenz zum bewussten Umgang mit dem Internet kann unter Jugendlichen authentischer und auf »Augenhöhe« angeregt werden.

Das Ausbildungsteam der Digitalen Helden: Oben, v.l.n.r.: Beate Kremser, Florian Borns, Angelika Beranek. Unten, v.l.n.r.: Gregory Grund, Jörg Schüler

Das Ausbildungsteam der Digitalen Helden: Oben, v.l.n.r.: Beate Kremser, Florian Borns, Angelika Beranek. Unten, v.l.n.r.: Gregory Grund, Jörg Schüler

Die Ausbildung zum Onlinecoach
Die Digitale Helden sind SchülerInnen der 7-9. Klasse, die am schulübergreifenden Mentorenprogramm teilnehmen. Ein Expertenteam gibt online und zentral in zwei Praxisworkshops im Museum für Kommunikation Impulse für die künftige Arbeit. Im Fokus der Ausbildung steht das Phänomen Onlinemobbing.

Know How in die Schule tragen
Die ausgebildeten SchülerInnen machen den jüngeren Schülern in Klassenbesuchen und Sprechstunden die Folgen von Onlinemobbing bewusst und zeigen Schutzmöglichkeiten durch das richtige Verhalten im Internet auf. Die Digitalen Helden hören zu, sensibilisieren und helfen somit den verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet zu fördern. Durch ihr Know-how sind die Digitalen Helden in der Lage, Konfliktsituationen frühzeitig zu erkennen und zu entschärfen, sie werden dabei von Eltern & PädagogInnen unterstützt.

Die Pressekonferenz
Wir stellen das Projekt am Safer Internet Day (05.02) auf der Pressekonferenz im Museum für Kommunikation vor. Kommen Sie gerne vorbei und erfahren Sie mehr über das Projekt! Als Gesprächspartner stehen zur Verfügung:

  • Nicola Beer (Schirmherrin der Digitalen Helden, Kultusministerin des Landes Hessen )
  • Jutta Ebeling (Schirmherrin der Digitalen Helden, Bürgermeisterin der Stadt Frankfurt/M a.D., ehemalige Dezernentin für Bildung und Frauen)
  • Kirstin Koch (Jugend- und Sozialamt Präventiver Jugendschutz Frankfurt/M)
  • Wilfried Volkmann (Verein Eltern für Schule e.V.)
  • Angelika Beranek, Beate Kremser, Gregory Grund, Jörg Schüler, Florian Borns (Ausbildung Digitale Helden)
  • Dr. Helmut Gold und Nina Voborsky (Museum für Kommunikation)
  • Weiter Ansprechpartner aus dem Heldennetzwerk
  • SchülerInnen und Lehrkräfte der beteiligten Schulen sofern möglich.

Hier finden Sie die Einladung als PDF mitsamt einem Überblick über alle Projektpartner, Projektträger, Konzeptionelle Begleiter, sowie der Sponsoren und Unterstützer.

Auf der Projektseite http://www.digitale-helden.de erfahren Sie mehr über die Idee, das Team, die vielen Partner, Begleiter und Unterstützer. Wollen Sie Teil des Projekts werden?

Am 13.12.12 habe ich als einer von drei Praxisexperten das Seminar «Facebook: „Soziale Medien“ für Soziale Arbeit» am Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Fulda unter der Leitung von Christine Nowak und Andreas Rickert-Lützen mit ca 20 Studierenden besucht.

Dabei kam es zu einem spannenden Austausch über Facebook als Werkzeug, aber auch als Vermittlungsgegenstand der Sozialen Arbeit.

Foto: Andreas Rickert-Lützen

Facebook als grauer Kanal in der Sozialen Arbeit

Professionelle Facebooknutzung findet oft noch ohne Unterstützung der Kommunen statt. Eine offizielle Erlaubnis, als Person oder Einrichtung auf Facebook professionell zu agieren oder gar Leitlinien für einen gewünschten Umgang, gibt es sehr selten.
Vieles, was heute in der Praxis passiert, basiert auf Eigeninitiative.
Ullich Steybe berichtet aus seiner Funktion als ehemaliger Leiter eines Jugenzentrums: „Ohne Facebook erreiche ich meine Jugendlichen nicht mehr“. Daher ist die Internetpräsenz seiner Einrichtung auch umgezogen und residiert bei Facebook. Im Gegensatz zu Homepage und Flyern sei die Reichweite deutlich größer. Noch, denn Facebook hat bereits begonnen, sich eine volle Reichweite bezahlen zu lassen. Hier ist ein Spannungsfeld klar absehbar: Werden Einrichtungen und somit Kommunen einen kommerziellen Anbieter für diese Dienste bezahlen?
Weitere Änderungen könnten aufgrund des Renditedrucks Facebooks folgen. Jeder, der dort agiert oder es plant, sollte sich also mit den aktuellen Spielregeln vertraut machen und sich fragen: „Ist Facebook ein richtiger Kanal für mich und meine Einrichtung?“

Facebook als sozialer Raum

Madita Lammers führt mit ihrem Praxisbericht u.a. auf das sich wandelnde Nähe-Distanz-Verhältnis durch soziale Netze wie Facebook. Sie arbeitet in Fulda für die Fortbildungsakademie der Wirtschaft und unterstützt Jugendliche zwischen 17 und 25 Jahren bei der Berufs- und Ausbildungssuche.
Dabei nutzt sie Facebook als Kommunikationsmittel aus pragmatischen Gründen: „Handygesspräche kosten, da ist mal die Karte bei den Jugendlichen leer, aber Internet und Facebook nutzen alle“.
Daher ist Ihre Einrichtung auf Facebook vertreten und aktiv mit den Jugendlichen befreundet, die dann z.B. auch Krankmeldungen über diesen Kanal kommunizieren.
So kam die Idee, zunächst von „interessanten“ Postings und Bilder der Jugendlichen einen Screenshot zu machen. Diese nutzte sie, um in Einzelgesprächen eine Sensibilisierung für die Selbstdarstellung durch einen Perspektivenwechsel zu erreichen.
Sie selbst hat für ihren Job ein zweites, rein professionelles Profil eingerichtet. Eine Strategie, die alle 3 anwesenden Praxisexperten nutzen. Auch mit einem professionellen Profil ist die große Dynamik im Nähe-Distanz-Verhältnis deutlich spürbar.
Was von dem, was man aus der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen erfährt, darf / soll / muss man thematisieren? In welchen Situationen greift man ein, entweder auf der Plattform selbst oder durch direkte Gespräche? Diese Fragen stellen sich auch viele Lehrer, auch hierfür gibt es fast keine Leitlinien zum professionellen Umgang. Diese müssen wir entwickeln!
Ullich Steybe machte hierbei deutlich, wie sensibel der Umgang mit Freundschaftsanfragen erfolgen sollte: „Eine nicht angenommene Freundschaftsanfrage ist eine Kränkung“. Das heisst, eine Ablehnung sollte erklärt werden und Freundschaftsanfragen sollten einheitlich behandelt werden. Wer ohne erkennbare Gründe nur ein paar Anfragen annimmt und andere ignoriert, kann für nicht zu unterschätzenden Verstimmungen führen.

Einig waren sich alle drei Experten, dass ein nur gefahrenorientierter Zugang zu dem Thema die Jugendlichen kaum erreicht und zu dem sehr viel Potential bei der Ermöglichung von Medienkompetenz vergeudet. Praktisch heisst das, den Jugendlichen auch Gestaltungsmöglichkeiten klar zu machen.
Im Kontext der Berufsorientierung ist es also wichtig, nicht nur seine Privatsphäreeinstellungen handhaben zu können. Fast wichtiger scheint mir, dass Jugendliche Ihre Talente und Interesse (z.B. auf einem eigenen Blog) darstellen, Informationen über Ihre Wunscharbeitgeber einholen können und es vielleicht sogar schaffen, online bereits einen Beziehungsaufbau zu dem Unternehmen zu realisieren.

Was verstehen Jugendliche im Umgang mit Facebook nicht sofort?

Diese Frage kam im Laufe der Diskussion auf, diese drei Punkte sind mir aus unseren Workshops besonders aufgefallen:
A) Die Zukunftsrelevanz ihres Tuns.
B) Dass sie eine Geschäftsbeziehung mit Daten als Zahlungsmittel eingehen und was es mit personalisierter Werbung auf sich hat.
C) Die Verantwortung für Freunde und andere, die Sie tragen.

Peer-Impulse geben

Ebenso kreisten die Fragen um die richtige Ansprache und die Ort, an denen Kinder Medienbildung erwerben können. Dabei wurde die Bedeutung von Gleichaltrigen und Freunden deutlich, die für viele Jugendlichen die kompetentesten Ansprechpartner sind. Facebook als Thema der Sozialen Arbeit muss also in die Freundeskreise hinein getragen werden. Über Impulse wie die Foto-Ampel können Jugendliche für ihre Freunde ein Zeichen zum respektvollen Umgang mit Fotos setzen. Ebenso eignen sich Videos wie “Life on Facebook” oder Songs wie “Gefällt mir” als Einstieg, der bestenfalls von den Jugendlichen in ihre Kreise geteilt wird.
Übrigens, im Februar 2013 starten wir mit Partnern in Frankfurt ein Peer-Projekt für Schulen. Näheres dazu geben wir in den kommenden Wochen auf unseren Blog bekannt!

Weitere Informationen zum Seminar finden Sie auf dem Blog von Christine Nowak.
Ich bedanke mich für die spannende Sitzung und freue mich, wenn jemand weitere Songs postet, die sich als Einstieg zum Thema eignen.

Gregory Grund, Team SicherDeinWeb
Diesen Artikel habe ich zuerst auf www.sicher-dein-web.de veröffentlicht.

Aus: Info3 - Oktober 2012

Aus: Info3 - Oktober 2012

Das Magazin Info3 widmet sich in der Oktober-Ausgabe dem Thema “Schöne blaue Welt: Facebook und die Sehnsucht nach Verbundenheit”. Der Artikel “Facebook, meine Familie und ich” beinhaltet ein Interview mit mir und Praxistipps.
Der Artikel wurde mir freundlicherweise von Info3 zur Veröffentlichung überlassen, Sie können den vollständigen Artikel als PDF-Datei hier abrufen.
Diesen Artikel habe ich ebenfalls auf www.sicher-dein-web.de veröffentlicht.

Wie die Zeit vergeht und die Informationen so reintrudeln:
Nach dem ersten Meilenstein von 1001 Links sind nun nach 28 Monaten Sammelei auf Delicious bereits 2500 medienpädagogische Links gelistet.

Kleine Statistik zu den Tags:
- Bisher habe ich ca 440 Tags vergeben
- Die 3 meist genutzten Tags sind bisher: Zukunft (929), Nutzungsverhalten (625) und Facebook (608)

Die chronologische Liste der Links gibt es hier, die nach Schlagwörtern sortierte hier.
Für feine Recherchen können beliebige Tags auch kombiniert werden. “Facebook” + “Lehrer” zeigt alle Links, die beide Schlagwörter haben.

Gutes Recherchieren und natürlich freue ich mich über weitere Linktipps!

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Für die ZDF-Sendung WISOplus (Erstauststrahlung am 17. 04. 2012 auf ZDFinfo / Link zur Mediathek) ergab sich ein kleines Interview zum Thema selbstbestimmte Mediennutzung. Wie beim letzten Kurzinterview zu Apple stelle ich hier gerne meine Grundgedanken schriftlich dar. Die Fragen haben ich für die Lesbarkeit sinngemäß selbst gesetzt.
Gregory Grund im Interview

FRAGE: Das Internet ermöglicht uns über PC und Smartphones vielfältige Informations- und Kommunikationskanäle. Diese können sehr bereichernd sein, werden aber auch Ablenkung empfunden. Im Büro klagen viele Kollegen, dass ihre gefühlte Produktivität sinkt und sie sich schlecht auf eine größere Aufgabe einlassen können. Haben Sie Tipps für den Arbeitsalltag am PC?

ANTWORT: Priorisieren Sie Ihre Aufgaben und überlegen Sie: Brauche ich dazu Ruhe? Was lenkt mich am PC eigentlich ab?  Nutzen Sie Programme zum Nachverfolgen der eigenen Aktivitäten auf dem PC, die dann z.B. angeben, wie viel Zeit „nebenbei“ auf Facebook verbracht wird. Das hilft eigene Muster zu erkennen und ist die Basis, um eigenverantwortlich sein Kommunikationsverhalten zu gestalten.
Tools dazu gibt es in verschiedenen Varianten, eine Übersicht gibt es z.B. hier.
Eine Folge können Zeiten sein, in denen man bewusst nicht über Mail und Telefon erreichbar ist. Sprechen Sie das mit den Kollegen und mit dem Betrieb ab, um die Akzeptanz zu erhöhen.

FRAGE: Gut, wenn ich nun im ersten Schritt reflektiere, wie ich meine PC-Alltag gestalte und wohin ich gerne abschweife: Was hilft mir das? Die Fülle an Informationen, die tagtäglich auf uns einprasselt, mindert sich dadurch doch nicht, oder?

ANTWORT: Das Drohbild der „Informationsüberflutung“ wird schon lange mit dem Aufkommen neuer Medientypen bemüht und zeigt uns deutlich:
Es ist entscheidend, wie wir unsere Informations- und Kommunikations-Ströme inhaltlich und zeitlich filtern, kurz: wie wir das Wichtige vom Unwichtigen trennen.
Konkret bedeutet dass: Vermeiden Sie ständige Orientierungsbewegungen, in dem Sie zum Beispiel zwei fixe Emailsprechzeiten am Tage einrichten, zb. zu Beginn des Tages und nach dem Mittagessen. Vermeiden Sie wo es geht akkustische und visuelle Benachrichtigungen, die Sie aus Ihrer aktuellen Tätigkeit rausholen. Schließen Sie am besten auch alle Programme und Browsertabs, die Sie für Ihre Tätigkeit nicht brauchen.
Und nutzen Sie Pausen auch als Pausen.
Das ständige Suchen und Folgen von neuesten Informationen erschwert es uns konzentriert an einer Sache zu bleiben. Arbeitstechniken wie das Pomodoro-Konzept helfen uns, Aufgaben zu strukturieren.

© http://www.pomodorotechnique.com/

FRAGE: Während der Arbeit wird privat gesurft, nach Feierabend laufen weiterhin dienstliche E-Mails und Anrufe ein. Wie kann ich Arbeit und Privatleben auch technisch trennen?

ANTWORT: Die klare Trennung von Dienst und Privat fällt in vielen Bereichen zunehmend schwer. Am einfachsten fällt es die Trennung zu gestalten, wenn die Kommunikationskanäle nicht vermischt sind, also zwei unterschiedliche Geräte und Mailadressen benutzt werden.
Viele Smartphones ermöglichen auch eine Kontaktverwaltung, die bei der Differenzierung hilft. Sie können einzelne Kontakte in Gruppen sortieren und diesen Gruppen individuelle Möglichkeiten zuweisen: Freunde dürfen Sie immer erreichen, berufliche Kontakte werden nach 20 Uhr direkt an die Mailbox weitergeleitet. Android Smartphones scheinen im Gruppenmanagement flexibler, für das iPhone gibt es im Moment nur Lösungen über Umwege oder eine zweite Sim-Karte.
Selbstdisziplin ist von Nöten und fällt dann besonders leicht, wenn es klare Absprachen im Betrieb gibt.

FRAGE: Haben Sie einen abschließenden Tipp?

ANTWORT: Wir dürfen uns nicht von Technologe treiben lassen, sondern können diese bewusst nutzen, um betriebliche und persönliche Ziele zu verfolgen. Wir müssen stets neu lernen, Technik als unseren Dienstleister zu verstehen und zu gestalten.

Elternworkshop mit SicherDeinWeb

Seit Ende 2010 bietet SicherDeinWeb mit dem Jugendschutz Frankfurt/M und dem Stadtelternbeirat Frankfurt/M für Eltern Workshops zum Thema  “Medienerziehung heute – So richte ich Computer & Handy kindgerecht ein” an.
Exakt diesen Themen behandelt Marcel Rechlitz in seiner Abschlußarbeit und bat uns zu einem Interview. Mit seiner freundlichen Genehmigung teilen wir es gerne hier.

1. Sie bieten unter anderem Workshops und Vorträge für Eltern an, in denen Sie den Einsatz von PC-Kindersicherungen in der Medienerziehung thematisieren. Stellen Sie sich, ihre Arbeit und deren Grundsätze bitte kurz vor.

Mein Name ist Gregory Grund und ich bin Medienpädagoge. Ich arbeite mit einer Hälfte am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe Universität Frankfurt und bin dort Lehrbeauftragter für den Bereich „Neue Medien“. Auf der anderen Hälfte arbeite ich selbstständig mit zwei Kollegen unter dem Namen SicherDeinWeb. Unser Ziel ist es, im Kontext medienpädagogischer Fragen zu sensibilisieren, Fachwissen zu vermitteln und handlungsorientiert die Entwicklung eigener Strategien zu unterstützen.  Dazu bieten wir Workshops, Beratung und digitales Lernmaterial zu Themen wie Kindersicherungssoftware, Cybermobbing, Selbstdarstellung in sozialen Netzen etc  für Eltern, Jugendliche, Schulklassen sowie Unternehmen und Einrichtungen an. Unsere Absicht ist es, Orientierung in den sehr dynamischen digitalen Welten zu geben und dabei technische und kommunikative Tipps in eine individuelle Strategie direkt umsetzbar zu machen.

2. Wie gestalten Sie Ihre Veranstaltungen zum Thema „Kindersicherung“? Stehen technische, pädagogische oder rechtliche Aspekte im Mittelpunkt?

Alle drei Aspekte spielen in diesem Workshop eine Rolle. In den vier Stunden führen wir zunächst in kindliches und jugendliches Nutzungsverhalten am PC ein und lernen dabei vor allem die teilnehmenden Eltern kennen. Wir versuchen direkt individuelle Herausforderungen zu identifizieren und bringen auch die Eltern mit Ihren Erfahrungen miteinander ins Gespräch. Beim Nutzungsverhalten spielen dann auch rechtliche Aspekte eine Rolle, insbesondere wenn es um Urheberrechtsverletzung durch Filesharing und Abofallen geht. Nach der Hinleitung installieren die Eltern begleitet auf ihren mitgebrachten Laptops die Kindersicherungssoftware und lernen die Hauptfunktionen (Nutzungszeiten, Netzinhalte und Programme einstellen)  und deren Möglichkeiten kennen. Es ist aber sicherlich nicht primär eine Softwareschulung, uns ist wichtiger, dass die Eltern die Möglichkeiten für ihre Erziehungsstile begreifen und sich über eine sinnvolle Strategie mit den anderen Eltern verständigen. Den Abschluss bilden dann Anregungen für das Eltern-Kind-Verhältnis: Welche Anlässe gibt es, um Mediennutzung in der Familie zu besprechen? Wie kann ich mein Kind aktiv begleiten und mit ihm reflektieren? Wie kommuniziere ich, damit meine Botschaften verständlich ankommen?

©SicherDeinWeb Florian Borns mit Eltern

3.Welche Eltern besuchen ihre Veranstaltungen zu den Themen Medienerziehung und „Kindersicherung“?

Grundsätzlich Eltern, die bereits ein Stück weit für die Medienerziehung sensibilisiert sind und sich selbst auch ein gewisses technisches Geschick zutrauen. Das kann Interesse an der Weiterbildung sein, manche haben auch bereits einen bestimmten Einsatzwunsch resultierend aus ihrer aktuellen Situation. Auffallend ist, dass viele Eltern relativ alte Kinder haben. Ich persönlich sehe die effektivste Nutzung dieser Software bei der Begleitung der ersten Schritte am Rechner, momentan also wahrscheinlich mit 5-6 Jahren und im Grundschulalter. Schwierig wird es, wenn ein 15-jähriger Jugendlicher nach jahrelangen, unreglementierten Netzzugang in ein enges Korsett gesteckt werden soll. Idealerweise begleitet die Software von Beginn an die Netznutzung und kann dann sukzessive abgebaut werden.

Viele Eltern haben auch sicherlich den Wunsch nach Austausch und möchten andere Eltern und ihre Strategien in den gleichen Situationen kennenlernen.

4. Welche Ängste und Probleme äußern Eltern nach Ihrer Erfahrung in Bezug auf die Mediennutzung ihrer Kinder? Welche Hilfen wünschen sie sich?

Die neuen Medien stellen Eltern auf eine ganz besondere Herausforderung, da sie nicht auf eigene Erfahrungswerte zurückgreifen können und ihre Kinder oftmals als deutlich versierter erleben. Ein zentraler Punkt sind die Nutzungszeiten und deren Einhaltung. Zeitliche Vorgaben muss jede Familie für sich entwickeln, dabei hilft der Austausch mit anderen.

Bei der Umsetzung kann die Software sehr gut unterstützen, da zeitliche Limits für PC- und Internetzeiten festgelegt werden können und der PC dann runterfährt. Das Drohen und der Schwarze Peter “du, ich ziehe gleich das  Stromkabel” kann so elegant auf die Software delegiert werden. Interessant dabei ist vor allem auch das TAN-System, mit den Kinder vorher definierte Kontingente selbstständig über die Woche verteilt einlösen können. Das fördert das Wahrnehmen von aufgewendeter Zeit sowie die eigenständige Einteilen.
Das zweite Problemfeld sind Urheberrechtsverletzungen sowie Abofallen. Einige Risiken lassen sich mit der Software und dem Vermitteln einer grundsätzlichen Datensparsamkeit für Kinder minimieren. Zusätzlich ist es natürlich unerlässlich, dass sich die Eltern interessieren und informieren. Es ist weder für Kinder noch Eltern einfach nachzuvollziehen, welche Quellen für Musik und Filme legal sind, der Markt ist da sehr dynamisch, die Rechtssprechung teils unklar. Wichtig ist, mit den Kindern über Quellen zu reflektieren und sich über die Grundlagen zu informieren.
Hier braucht es sicherlich nachvollziehbare Informationen für Eltern. Viele sind mit den technischen und juristischen Feinheiten (Was sind P2P-Netzwerke und was ist der Unterschied zu einem Stream? Warum ist das eine Portal legal, dass andere aber nicht?) nicht vertraut.
Dann spielt natürlich die Konfrontation mit ungeeigneten Inhalten über das Netz eine große Rolle in den Befürchtungen der Eltern. Gewalt, Pornographie, Extremismus, Glücksspiel und Werbung sind dabei oft genannte Bereiche. Viele Eltern wünschen sich dabei insbesondere für junge Kinder einfache Filter, die Seiten mit diesen Inhalten aus dem Surferlebnis Ihrer Kinder fernhalten. Diese Sicherheit kann nie zu 100% gewährleistet werden, das wirkungsvollste Werkzeug der Eltern ist immer die Dialogbereitschaft, die Begleitung von medialen Erfahrungen und die Möglichkeit für Kinder, über Erlebnisse sprechen zu können. Einen Großteil unerwünschter Seiten lässt sich mit Kindersicherungssoftware über Filter nach Themen in Kombination mit  Black- & Whitelist filtern. Wichtig ist dabei für Eltern, dass diese Filter fliessend an die Entwicklung des Kindes angepasst werden sollten.
Die aktuellen Ansätze des JMStVs spielen in der Lebenswirklichkeit der Eltern in unseren Workshops keine Rolle und sind auch nicht groß bekannt.

SicherDeinWeb im Elternworkshop

5. Elterliche Medienerziehung erfordert elterliche Medienkompetenz. Was sind Ihrer Meinung nach diesbezüglich die größten Defizite von Eltern. Welche Lösungen sehen Sie?

Medienerziehung erfährt täglich eine zunehmende Bedeutung. Eltern mit Interesse an der digitalen Lebenswelt und der Bereitschaft sich lebenslang selbstgesteuert mit neuen Techniken auseinanderzusetzen, haben schon sehr gute Voraussetzungen. Alle Eltern müssen für sich auch eine Position beziehen und diese auch fortlaufend mit Ihren Kindern diskutieren. Wir müssen Ihnen helfen, diese Positionen zu finden und Sie dabei unterstützen, Sie auch gelebt in die Familien zu bekommen. Die Vernachlässigung bis Aufgabe von Medienerziehung, welche oftmals aus Unsicherheit und fehlendem Vertrauen in die elterliche Kompetenz wächst, macht unreflektierte Extremnutzungen möglich.

Konkrete Defizite haben wir bei diesem dynamischen Themen alle, Eltern haben oftmals Aufholbedarf im grundlegenden Umgang mit der Technik und mit den gesellschaftspolitischen Auswirkungen des Internets. Viele Eltern bemerken an sich selbst das Muster des ewigen Mahners, der stets vor den Gefahren warnt. Dabei ist auch das positive Vorleben von eigenen Mediennutzungsstrategien essentiell für die Ausbildung von Medienkompetenz bei Kindern. Das gilt für bekannte Medien wie dem Fernseher und noch mehr für die vielen neuen Möglichkeiten des Netzes.
Zugespitzt ist die Lösung, nicht nur für medienpädagogische Themen, stets Lernen. In unserer Wissensgesellschaft mit ihren sich schnell wandelnden Anforderungen an uns, brauchen wir zunehmend die gelebte Kultur des lebenslangen Lernens. Dies kann nicht nur mit im Netz publizierten Infomaterialien funktionieren, Lernen ist Kommunikation. Es braucht mehr Treffpunkte und Fortbildungen auch für Eltern. Neben selbstorganisierten Veranstaltungen sehe ich auch Verantwortung bei Unternehmen sowie der Politik auf allen Ebenen. Manche Einrichtungen und Unternehmen bieten Ihren Mitarbeitern bereits Elternweiterbildungen. Da sind medienpädagogische Themen oftmals doppelt relevant, ein Thema wie Passwortsicherheit nutzt auch im Berufsalltag.

6. Mediennutzung innerhalb der Familie ist eingebettet in den Erziehungsstil der Eltern. Die Unterstützung durch Kindersicherungen kommt manchen Erziehungsstilen mehr entgegen als anderen. Was raten Sie Eltern für den Einsatz einer solchen technischen Lösung?

Grundsätzlich ist die Kindersicherungssoftware eine flankierende Maßnahme in der Gesamtstrategie und auf keinen Fall ein Art Autopilot, der die Medienerziehung ersetzt. Wie umfangreich und in welcher Art sie genutzt wird, kann ganz auf den individuellen Stil angepasst werden. Zentral für uns ist, die Software als regelmäßigen Gesprächsanlass in der Familie zu nutzen. Wie kommt man mit der Zeit zu recht, welche neuen Seiten interessieren die Kinder und sollen freigeschaltet werden? Es gibt auch gute Gründe, warum die Software auf für die Kinder eine Bereicherung ist. Wir  raten dazu, die Software nicht „von Oben herab“ aufzudrücken, sondern direkt Verständnis für die Maßnahme zu fördern. Verständlicherweise wirkt die Software als ein starkes Kontrollinstrument, eine Facette, die viele Eltern in ihrer Strategie nicht überbetonen wollen. Auch hier gibt es Gestaltungsraum, viele Eltern nutzen zum Beispiel bewusst die Report-Funktion nicht, die genauer über das Nutzungsverhalten des Kindes Aufschluß gibt.

7. Viele Veranstaltungen zu Fragen der Medienerziehung sind darauf angewiesen, dass Eltern aktiv die Teilnahme an ihnen suchen. Es gibt jedoch auch Eltern, die mit klassischen Angeboten nicht erreicht werden können. Welche Konzepte gibt es, auch schwer erreichbare Eltern für Themen der Medienerziehung zu sensibilisieren?

Richtig, hier zeigen sich die Grenzen von Onlinematerialien und Infobroschüren. Diese kommen an, wenn Sie über persönliche Kontakte und mit begleitenden Gesprächen angeboten werden können und reichen bei Weitem nicht aus. Einrichtungen wie die Erziehungshilfe können sehr wertvolle Partner sein, da Sie direkt in den Familien für Fragen der Medienerziehung sensibilisieren können. Das medienpädagogische Workshopangebot im Rhein-Main-Gebiet ist leider sehr überschaubar. Insbesondere, wenn Sie mit relativ hohen Teilnahmegebühren verbunden sind.
In Frankfurt sind unsere Workshops zur Kindersicherungssoftware Dank der Unterstützung des Stadtelternbeirats für finanzschwache Eltern sogar kostenfrei.

8. Erziehungsberatung bewegt sich zwischen Erwachsenenbildung und Jugendhilfe. Je nach Schwerpunkt und Zielgruppe sind unterschiedliche Ansätze und Institutionen darin involviert. Wie gestaltet sich die Kooperation von Jugendhilfe, Bildungs-/Erziehungseinrichtungen und Erwachsenenbildung in Bezug auf die medienpädagogische Erziehungsberatung?

In Frankfurt gibt es zumindest Schnittstellen in Form von Weiterbildungsmöglichkeiten. Über den präventiven Jugendschutz Frankfurt werden viele Angebote gemacht. Einrichtungen der Jugend- und Erziehungshilfe holen sich vermehrt für aktuelle Themen auch externe Experten für Teamfortbildungen ins Haus.

9. Wo bestehen diesbezüglich Bedarfe und Potenziale für die Zukunft? Welche Rolle muss Familienbildung in Bezug auf die Medienerziehung und Jugendmedienschutz spielen?

Jugendmedienschutz kommt durch die globale Struktur des Netzes schnell an Wirksamkeitsgrenzen. Das Potential ist sicher noch nicht ausgeschöpft. Neben dem Verhindern von altersungemäßen Inhalten, ist es aber zunehmend wichtig, Familien als Schutz- und Reflexionsraum zu stärken. Eine Intensivierung der Elternarbeit von Einrichtungen wie Schulen und Kindertagesstätten kann benötigte Allianzen bilden und auf die Herausforderungen der Medienerziehung eingehen. Für kompetente Medienerziehung sind niedrigschwellige Weiterbildungs- und Austauschangebote für Eltern zentral. Neben politischen Initiativen und Kampagnen zu Sensibilisierung erhoffe ich mir auch zunehmend Netzwerkeffekte. Je mehr Eltern sich die offenen Fragen und Ihre Verantwortung bewusst machen und darüber mit anderen Eltern sprechen, desto besser ist die Grundlage für alle Unterstützungsangebote.

Die Fragen beantwortete Gregory Grund für SicherDeinWeb.
Auch in diesem Jahr führen wie die Workshopreihe fort, die nächsten Termine in Frankfurt am Main sind am 05. 05. / 23. 06 / 08. 09 / 03. 11 und am 08. 12. 2012.

Die Bachelorarbeiten des Wintersemesters 2011-12 sind geschafft, meinen Glückwunsch an alle Absolventen. Wie gewohnt stelle ich hier gerne die medienpädagogischen Themen vor, 2 Arbeiten gibt es als kompletten Download für alle Interessenten.

Medienkompetenz im Elementarbereich: Konzepte, Praxis, Perspektiven / von Florian Erb
Über die Begriffe Kindheit, Medien und Medienkompetenz führt die Arbeit in die Betrachtung von Medienkompetenzvermittlung & Medienerziehungskonzepten für Kindergärten.

Computerspielabhängigkeit bei Jugendlichen: Erscheinungsformen, Diagnostik, Interventions- und Präventionsmöglichkeiten / von Melanie Zahn
Grundlage bilden die Begriffe Computerspiele und abhängiges Nutzungsverhalten, um im Hauptteil pädagogische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten zu vorzustellen. Aus der Praxis wird das Infocafe Neu-Isenburg vorgestellt.

Weitere Themen in dieser Prüfungsphase waren:

- Herausforderung Medienerziehung am Beispiel der Begleitung von Kindern in die Computer- und Interneteinführung im Alter von sechs bis 13 Jahren.

- Medienerziehung – Kindersicherungssoftware als unterstützende technische Maßnahme

- Digitale Medien in Grundschulen – Voraussetzungen und Einsatzmöglichkeiten

- Der Einsatz von mobilen Lernprogrammen in der Aus- und Weiterbildung

- Medienkompetenz im Kindesalter – Eine erzieherische Herausforderung für Eltern und Erzieher

- Gewaltige Zeiten? Zum Einfluss medialer Gewalt auf die Entstehung realer Gewalt bei Jugendlichen

Ich bedanke mich für den Input und freue mich auf weitere spannende Arbeiten im kommenden Semester!

Der Frühling steht vor der Tür, das Wintersemester ist Geschichte. Zeit, sich mit dem Wirken der Etherpads auseinanderzusetzen. Im ersten Teil erfahren Sie mehr über das mediendidaktische Settings des Seminars.

Einstieg

Nach 3 Sitzungen mit Inputs von mir sowie der handlungsorientierten Einführung in die Blog-Software konnte das Experiment beginnen. Als eben solches angekündigt, führt ich zu Beginn eines Teilnehmerreferats in die Technik der Etherpads ein. Dabei skizzierte ich auch die Nutzungsmöglichkeiten “kollaboratives Protokoll” im Hauptfenster und “Nebenfragen” im Chatfenster, appellierte aber auch an die Experimentierfreude der Teilnehmer.
In dieser Sitzung waren ca. 80 Studierende anwesend und der Großteil stürmte auch direkt ins Pad.
Hier offenbarten sich bereits einige Technikherausforderungen:

  • Ab ca. 30 zeitgeleichen Nutzer kam es zu Schwierigkeiten mit der Synchronität, oftmals musste der Nutzer die Seite neu laden. Ursachen können auch beim WLAN liegen oder des großen Zugriffs über die selbe IP geschuldet sein. Keinem der gut 60 ausprobierenden Teilnehmern blieb der Padzugriff verwehrt, die Performancenachteile verteilten sich auf alle Nutzer.
  • Teilnehmerrückmeldungen nach gab es mehr Probleme mit dem Internet Explorer als mit dem Firefox
  • In der von mir benutzen Version gibt es 32 verschiedene Farben, die Nutzern zugeordnet werden. Diese kamen dann natürlich auch doppelt vor, was die bereits existierende Farbverwirrung noch vergrößerte.

Ich forderte alle Teilnehmer auf, sich bei Interesse durch Fragen und Mitschriften zu beteiligen und betonte, dass die Farben bzw. die Autorenschaft für uns eher nebensächlich sind. Die inhaltliche Hauptarbeit des Protokollierens und Anreicherns übernahm ich. Leider, wie ich noch ausführen werde.

Die Beteiligung der Teilnehmer war sehr groß, wobei ca. 60-70% der Beiträge Fragen waren. Diese bezogen sich oft auf das Thema und waren Verständnisfragen, Literaturwünsche und auch Diskussionsimpulse. Manche beantwortete ich direkt im Pad, Impulse für die Gruppe verbalisierte ich an die Referatsgruppe zurück, die während der Sitzung selbst nicht mit dem Pad arbeitete. Interessanterweise kamen auch einige allgemeine Fragen, die sonst wohl im Laufe der Sitzung nicht gestellt worden wären. Die restlichen Beiträge waren Protokollergänzungen. Das kollaborative Schreiben irritierte zunächst, da z.B. Textblöcke wie von Zauberhand an einer anderen Stelle auftauchten und manche Punkte doppelt genannt wurden.  In dieser ersten Sitzung gab es auch kaum eine Trennung von Hauptfenster und Chat. Diese etablierte sich zunehmend in den folgenden Wochen.

Führung

Leider verfestigte sich auch die “Hierachie” im Pad, in den folgenden Wochen war ich Hauptprotokollant, der vorsichtig ergänzt wurde und nebenbei noch Fragen beantwortete. Über die Grenzen des Machbaren ging es vor allem dann, wenn ich mich selbst verstärkt in die Diskussion einklinkte. Die einzelnen Seminarmitglieder hatten offensichtlich Schwierigkeiten, dann selbst federführend zu protokollieren.
So kommt es, dass manche der Sitzungspads recht detailliert die Referatsinhalte protokollieren und nur teilweise die Diskussion abbilden, welche ich dann oft im Nachhinein zu rekonstruieren versuchte.

In den letzten Wochen versuchte ich die Teilnehmer stärker zu involvieren und kündigte zu Beginn der Sitzungen eine Abwandlung des Experiments an: Ich selbst würde während der Sitzung im Hauptfenster nichts schreiben. Die Gruppe war gefordert, gemeinschaftlich ein Protokoll zu erstellen.
In der ersten Woche passierte dabei nicht viel. Einige Teilnehmer hatten das Pad für sich als “passives” Medium genutzt, beteiligten sich nie, lasen während der Sitzung dort aber mit. Auch andere waren sichtlich irritiert davon, in ein leeres Pad drauf los zu schreiben.
Interessanterweise lief es in der zweiten Wochen meiner Zurückhaltung deutlich besser. Mehrere Teilnehmer beteiligten sich an der Enstehung.
Eine wichtige Erkenntnis dabei ist: Natürlich kommt es auch hier auf die Personen drauf an.
Ein diskussionsfreudiger Teilnehmer, der sich in der ersten Zwischenevaluation als starker Pad-Befürworter positionierte, war im zweiten Durchlauf das “Zugpferd” des Protokolls. Er war die Woche zuvor nicht anwesend und verleitet mich so zu der Annahme, dass es für den Seminarkontext 1-2 klare Hauptprotokollanten geben sollte.

Evaluation

Während des Seminar gab es 2 Evaluationsrunden. Nach circa der Hälfte der Sitzung gab es einen Fragebogen zur Veranstaltung, der auch mediendidaktische Punkte abfragte. In der letzten Sitzung habe ich dann noch verbal Feedback, insbesondere zu den Pads, erbeten.

Die schriftliche Evaluation nach erst 3-4 wöchiger Bekanntschaft mit den Pads ist wohl sehr begrenzt aussagekräftig.

Leicht im Vorteil ist hier die Nutzung im Nachhinein, als Protokoll, welches eine Ergänzung zu den jeweiligen Referatspräsentationen ist.
Die mündlichen Rückmeldungen in der letzten Seminarwochen waren ausgesprochen plastisch.
Ein Großteil der Teilnehmer äusserte sich positiv über die Pads. Genannte Vorteilen waren:

  • Möglichkeit, Fragen zu stellen, ohne die Referatsgruppe und den Fluß zu unterbrechen
  • Fragen stellen zu können, die nicht unbedingt thematisch passten
  • sich anonym, ohne Wortmeldung beteiligen zu können
  • unmittelbar Rückmeldungen vom Seminarleiter und den anderen Teilnehmern zu bekommen
  • die einfachere Verteilung von Links
  • aktive Informationsaufnahme und direkte Weiterverarbeitung
  • Möglichkeit, verpasste Sitzungen nachzulesen
  • als erste Anregungen für schriftliche Arbeiten

Als negativer Punkte wurden die erwähnten technische Probleme mit der Synchronität bei vielen Nutzern genannt. Ebenfalls gab es die Rückmeldung, dass das Mitlesen des Pads während des Referats subjektiv als Ablenkung empfunden wurde. Die Teilnehmerin beschloss daher, die Pads während der Seminare nicht aufzurufen, was für mich auch eine Form von Medienkompetenz ist.

Mein eigener Eindruck ist verhalten positiv. Ich denke, dass es für viele Teilnehmer eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Referatsthema bedeuten kann, wenn parallel dazu sich kollaborativ ausgetauscht wird. Auch die Verfügbarkeit im Nachhinein wird sich hoffentlich für einige Teilnehmer künftig noch als wertvoll erweisen. Dadurch, dass im Seminarraum PCs zur Verfügung stehen, bin ich sehr froh ein konstruktives Angebot machen zu können. Subjektiv hat sich das private Surfen während der Sitzungen im Vergleich zu den Vorseminaren durch diese Beteiligungsmöglichkeit deutlich verringert.

Ausblick

Auch im kommenden Semester plane ich mit dem Pads weiter zu experimentieren. Als Learning aus diesem Semester werde ich selbst weniger mitschreiben. Stattdessen plane ich, in jeder Sitzung 1-2 freiwillige Hauptprotollanten zu gewinnen, die von anderen interessierten Teilnehmern unterstützt werden können. Zusätzlich werde durch die Anregung in den Kommentaren des ersten Teiles die Pads den Referatsgruppen frühzeitig zur Verfügung stellen. So können diese als Ergänzung zu den eigenen Arbeitsgruppen auf Olat für die Referatsvorbereitung genutzt werden.

Wie immer freue ich mich über Tipps und Kommentare und bedanke mich für das Lesen.