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Seit dem Wintersemester 09-10 darf ich an der Goethe Universität Frankfurt am Fachbereich Erziehungswissenschaften einen Lehrauftrag im Bachelormodul 10 “Neue Medien” wahrnehmen. Natürlich soll es dabei nicht nur theoretisch und reflektierend um Medien gehen. Das Einbinden von Medien im meinem Lernarrangement sowie die Gestaltung von Medien durch die Studierenden ist integraler Bestandteil des Seminars.

Mit diesem Beitrag möchte ich gerne mein aktuelles Konzept für das nächste Woche beginnende Seminar vorstellen und hoffe auf erkenntnisreiche Rückmeldungen.

Im Kern sind es 4 wichtige Medienwerkzeuge, die zum Einsatz kommen werden:

1. Lernplattform Olat
Ab dem kommenden Wintersemester 11-12 setzt die Goethe Universität auf eine Lernplattform. Die bisherige Plattform “WebCT” der amerikanischen Firma Blackboard wird durch das Open-Source System Olat ersetzt. Der Wechsel von einem Lizenzmodell auf eine Open-Source Lösung ist kleiner Paradigmenwechsel: Anstatt Lizenz und Support teuer einzukaufen, wird lieber in Mitarbeiter investiert, die die spezifischen Wünsche der Uni und alle ihrer Fachbereiche passgenau umsetzen können.
Olat bringt eine neue Struktur mit. Wo WebCT sehr hierarchisch organisiert ist, haben die Studierende nun mehr Möglichkeiten, selbst Material in Kurse einzubringen und selbst eigene Gruppen zum Austausch zu Gründen.

Ich selbst nutze Olat für diese Dinge:
# Informationen bereitstellen: Kontakt, Credit-Point Erwerb, Referentenanforderungen, Linkliste, WordPress-Hilfen, Präsentationen…
# Formales: Um später die CPs an das Prüfungsamt rückmelden zu können, brauche ich eine digitale Teilnehmer-Liste. Diese generiert sich einfach über die Angaben der Teilnehmer in einem “Fragebogen” (so heisst der Baustein auf olatisch). Das Entziffern und Abschreiben handschriftlicher Angaben auf wöchentlich zirkulierenden Listen entfällt.
# Kommunikation: Neben einem Mailsystem bietet Olat natürlich auch Foren. Diese machen die sich wiederholenden Fragen zu Inhalt & Technik transparent. Zusätzlich kann auch über Chat etc gearbeitet werden.
Ich bin sehr gespannt auf das erste Semester mit Olat und die Akzeptanz seitens Studierender und Lehrender.

2. Etherpads
Die freundlichen Kollegen von studiumdigitale haben mir sehr schnell eine Etherpadkonfiguration
auf Servern der Uni Frankfurt eingerichtet. So muss ich nicht auf Angebote anderer Anbieter wie z.B. Google zurückgreifen, die Datenhoheit ist gewahrt.
Etherpads sind onlinebasierte, kollaborative Schreibwerkzeuge. Ein schönes Video dazu gibt es z.B. hier. Als Experiment möchte ich testen, wie man diese in Seminaren sinnvoll einbinden kann. Die Idee ist, den Teilnehmern in Sitzungen mit Referaten, einen zweiten Beteiligungskanal (neben dem mitdiskutieren im Seminarraum) zu ermöglichen. Insbesondere in den Diskussionanteilen der Referate sehe ich großes Potential:
a) In der Regel beteiligt sich über ein Semester nur ein Teil der Studierenden an den Diskussion. Vielleicht liegt manchen ein textbasierter Zugang mehr?
b) Die Ergebnisse und Gedanken sind sehr flüchtig. Im Pad, so die Hoffnung, kann ich geäusserte Ideen und Gedanken festhalten. Dies ist für die Nachbereitung und natürlich für mal verhinderte Studierende eine Art Gedankenprotokoll.
Ich bin gespannt, wie das Pad genutzt wird, allen Teilnehmern wird das Angebot der Beteiligung gemacht. Ich sehe momentan meine Rolle bei den Teilnehmerseminaren als Mittler zwischen der Präsenzdiskussion und den Inputs, die über das Pad kommen.

3. Bookmarksammlung
Seit April 2010 organisere ich medienpädagogisch relevante Links über mein Delicious-Konto.
Das Arbeiten mit Tags (Schlagwörtern) ist für die Verwendung als Seminarwerkzeug elementar. Die Studierenden (und natürlich auch alle anderen Interessierten) können über die Tagdarstellung direkt nach Ihren Schlüsselbegriffen suchen, um sich einen schnellen Überblick zu verschaffen.
Leider ist durch die aktuelle Renovierung von Delicious die Tagliste etwas unter die Räder gekommen. Momentan wird nur eine Auswahl der verfügbaren Tags als Liste angezeigt. Ich finde für Externe keinen Weg, sich alle Tags meiner Sammlung anzeigen zu lassen. Sollte das nicht bald wieder funktionieren, werde ich zu Diigo wechseln.

4. Blogs der Teilnehmer
Die Prüfungsordnung Bachelor sieht vor, dass die Studierenden Ihre “aktive Teilnahme” nachweisen. Anwesenheitslisten empfinde ich als beidseitige Belästigung ohne didaktisches Potential. Stattdessen nutze ich den Hebel, um die Teilnehmer für eine eigene Mediengestaltung maximal zu motivieren. Alle Teilnehmer werden wie bisher einen eigenen Blog auf WordPress (der gehosteten Gratisversion) aufsetzen und über das Semester mit Inhalt füllen. Inhaltliche Vorgaben gibt es nicht, es geht um die individuelle Auseinandersetzung mit der Medientechnik. Natürlich werden die Teilnehmer von Peers zu Beginn des Seminars in das System eingeführt und bekommen auch konkreten Hinweise auf rechtliche Stolpersteine.
Bisher ist die Resonanz auf die Methode sehr gut. Die Skepsis zu Beginn weicht bei den meisten Recht schnell der Begeisterung über eine eigene Seite. Ich kommuniziere einen Anspruch von 5+5 (eigene Beiträge + Kommentare auf anderen Teilnehmerblogs). Alle URLs werden in Olat in einem Forum gepostet, so kann eine Mikroblogosphäre des Seminars entstehen.

Ergänzend könnte man noch Twitter und Facebook in die Werkzeugliste aufnehmen. Dort können Studierende z.B. meine Aktualisierungen abonnieren und so auch ausserhalb des Seminarkontextes auf medienpädagogische Themen hingewiesen werden. Ich sehe die beiden Kanäle für die Seminargestaltung als nebensächlich an und lasse Sie daher raus.

Am Ende des Semester werde ich sicherlich meine Eindrücke, insbesondere zum Etherpad, hier sortieren. Ich bin sehr neugierig zu sehen, welche Eigendynamiken die Pads nehmen und wie die einzelnen Bausteine des Seminars miteinander greifen.

Welche Erfahrungen mit Pads in Seminaren gibt es bereits? Wie kommen die Studierenden bei Delicious an meine komplette Tagliste? Fragen und Kommentare immer gerne gesehen, danke fürs Lesen :)

Neue Medientechnologien wie soziale Netzwerke haben einen großen Einfluss auf unser Sozialverhalten. Die Funktionsstruktur der jeweiligen Netze gibt zwar den Rhythmus vor, dennoch liegt es an uns Nutzen, was wir daraus machen. Die im ersten Teil der Reihe aufgeworfenen Fragen wurde bisher nur unausgesprochen beantwortet:

Kann ich eine digitale Freundschaftsfrage ablehnen? Kann ein Lehrer einen Schüler oder ein Mitarbeiter seinen Kollegen ablehnen, ohne in Erklärungsnöte zu kommen?“

Zeit für eine Aktualisierung, die auch das neue Netzwerk Google + mit einbezieht und auf die speziellen Strategien von Pädagogen eingeht.

Google + gleicht bei Freundschaftsanfragen Twitter

Quelle: technobombs.com

Google+ ist insbesondere in einem Punkt ein starkes Kontrastmittel zu Facebook. Freundschaften bei Facebook sind beidseitig, beide sehen die Aktualisierungen des Anderen (falls nicht in den Privatsspähre-Einstellungen abgeriegelt). Google+ lehnt sich in dieser Frage an die Funktionsstruktur von Twitter an. Nutzer A kann Nutzer B „Folgen“, ohne das zwangsweise Nutzer B auch die Aktualisierungen von Nutzer A zu sehen bekommt.

Facebook mit Vollzugriff auf persönliche Daten

Nach Facebooks innerem Design lautet die Antwort auf die oben aufgeworfene Frage: „Ja klar“. Das Befreundet-sein auf FB ist quasi ein Vollzugriff auf alle eingestellten Daten wie Profilinformationen, Fotos, Kommentare usw. Erst spät und auf Wunsch vieler Nutzer ermöglichte es FB, Freunde zu gruppieren und gezieltere Kommunikation zu ermöglichen.

Eben dies hat Google+ deutlich handlicher in sein Design integriert. Die Handhabung der Circles ist deutlich intuitiver als Facebooks Listen-Menu.
Nun bessert Facebook deutlich nach. Die vergangenen Änderungen und die absehbaren kommenden stellen das Prinzip der Listen deutlicher heraus.

Sollten mehr Nutzer dieses Prinzip annehmen und Ihre Freunde sortieren, ist ein stärker Trend zum „Add all“ erwartbar. Es obliegt stärker der Eigenverantwortung des Senders, die Empfänger den Inhalten anzupassen. Dennoch denke ich, dass es nach wie vor vollkommen legitim ist, Freundschaftsanfragen nicht anzunehmen. Die Verknüpfung zweier Profile ist mehr als die Frage „Wer sieht was?“. Das komplette Offenlegen seines sozialen Graphen, selbst wenn es „nur“ seinem Anbieter gegenüber ist, ist kein Zwang.

Neben dieser grundsätzlichen Überlegungen gibt es für jede Beziehungsart Besonderheiten.

Lehrer auf Facebook

Die pädagogische Nähe-Distanz-Balance wird in sozialen Netzwerken neu justiert. Auf einem Barcamp mit Lehrern haben meine Kollegen von SicherDeinWeb neulich mit Lehrern über ihre perönlichen Facebookstrategien diskutiert. Manche Lehrer nutzen trennen strikt zwischen Klassenraum und der Welt ausserhalb, andere nutzen Ihre Klarnamenprofile auch für Lehrertätigkeiten ausserhalb der Schulzeit.
Wie es auf jeden Fall nicht geht, zeigt dieser Artikel
Etwas konstruktiver blickt dieser Artikel auf die vielfältigen Fragen im schulischen Umgang auf sozialen Netzewerken.

Die anhaltende Debatte um Klarnamen, Pseudonyme und Anonymität im Netz, welche Google+ mit seinem Klarnamenzwang mitgestaltet, bildet zur Freundesfrage einen interessanten Bezugsrahmen.

Adden Sie bewusst alle Anfragen? Lehnen Sie welche ab? Fühlen Sie sich dann unter Rechtfertigungszwang? Wie gehen Sie als Lehrer mit sozialen Netzwerken um?

So geht es weiter:

Im kommenden dritten Teil lege ich den Schwerpunkt auf Fotos in sozialen Netzwerken, welche durch die Weiterentwicklung der Geschichtserkennung an Bedeutung gewinnen.

Die erste größere Welle an Bachelor-Abschlußkandidaten haben am Fachbereich Erziehungswissenschaften in Frankfurt/ Main kürzlich Ihre Abschlußarbeiten beendet. Aufgrund meines Lehrauftrags im Modul “Neue Medien” konnte ich einige Arbeiten betreuen. Hier eine kleine Übersicht über behandelte Themen mit 2 3 Arbeiten als Download für interessierte Leser.

Jugend, Identität und Internet / von Julia Adam
Die Grundlage der Arbeit bilden die Begriffe “Sozialisation”, “Post-Moderne” und “Identität”. Diese Begriffe werden dann im zweiten Teil in den Kontext des Web2.0 überführt.

Kinder und Werbung – eine erziehungswissenschaftliche Herausforderung / von Anne Bergner
Diese Arbeit beleuchtet zunächst den medial geprägten Alltag von Kindern, um darauf die Bedeutung und Formen von Werbung anzuschließen. Abschließend wird er Begriff “Medienkompetenz” im Kontext Werbung verortet und Praxisprojekte aus der Schule vorgestellt

Kinderpornografie im Internet / von Sina Weiß
Diese sehr umfangreiche Arbeit befasst sich mit Pädokriminaltität mit dem Schwerpunkt Internet. Wo findet Sie statt, welche präventiven und intervenierenden Möglichkeiten gibt es? Die vielen Hintergrundinformationen zeichnen einen sehr umfassenden Blick zu diesem Themenkomplex.

Weitere Themen in dieser Prüfungsphase waren:

Neue Medien – welche Herausforderungen ergeben sich aus dem Einzug der Medien in den familiären Alltag für die Erziehung?

Nachrichtenrezeption als Teil der Medienkompetenz am Beispiel von Fernsehnachrichtensendungen

Medienkompetenz an Waldorfschulen

Medialisierung – Was taugt Soziale Arbeit aus dem Fernsehen? – Am Beispiel der RTL-Sendung “Die Super-Nanny” -

Mobiles Lernen im institutionalisierten Kontext der Schule unter besonderer Betrachtung des Lernens im physischen Kontext

Das Internet als medialer Erfahrungsraum für Jugendliche

Das es keine Vorgaben zur Seitenanzahl gab, variierten diese sehr stark, abhängig von Thema und tatsächlicher Bearbeitungszeit (formal sind es 9 Wochen). Ich freue mich auf eine ähnliche Themenvielfalt im kommenden Semester :)

Im Februar wurden wir zu einem Elternabend einer achten Klassen in einer frankfurter Privatschule geladen. Aus den konstruktiven Gesprächen mit den Eltern enstand schnell der Wunsch, auch den Schülern der Klasse einen interaktiven Vortrag zu den Themen Facebookstrategien, digitale Urheberrechte und Medienethik zu ermöglichen.

So wurden wir am 16.06 in die Klasse gebeten und hatten die Möglichkeit, dort 2 Stunden direkt mit den SchülerInnen zu sprechen.

S.Hofschlaeger / pixelio.de

Das Interesse an dem Angebot war riesengroß und die Stimmung im gesamten Verlauf geprägt von Neugierde. Die große Mehrheit der Klasse ist täglich im Netz und nutzt soziale Netzwerke wie Facebook. Die Eltern wurden ebenfalls als regelmässige Netznutzer charakterisiert und werden oft als Gesprächspartner geschätzt. Dennoch meldete ein großer Teil zurück, dass Sie weder familiär noch in der Schule einen Ansprechpartner für Fragen und Problem aus der Netzwelt haben.

Das zeigte sich auch im Kenntnisstand zu Urheberrechten im Netz. Man kann durchaus von einem gefährlichen Halbwissen sprechen, keiner konnte die technischen und juristischen Unterschiede der einzelnen Streamingdienste (Kino.to, Youtube) und Downloadangebote (Hoster, P2P) klar benennen.

Erstaunlicherweise hatte der absolute Großteil bereits sichere Passwörter und ein ausgeprägtes Bewusstsein dafür, dass Passwörter Privatsache sind. Vielleicht hat hier ein Transfer des vorangegangen Elternabends stattgefunden.

Das Thema Fotos war just durch die Gesichtserkennung bei Facebook populär. Dabei offenbarten sich durchaus Unterschiede in der Einschätzung dieses Phänomens. Dennoch konnten wir mit der Klasse über einen Punkt Einigkeit erzielen: Jeder sollte selbst entscheiden können, ob und welche Bilder von ihm bei Facebook und im Netz auftauchen. Das Wahren der Persönlichkeitsrechte Dritter war ein zentraler Punkt unserer Agenda, welcher mit viel Verständnis aufgenommen wurde.

Insgesamt war die Veranstaltungen für Alle ein Gewinn und Lernerfolg, ebenso für uns wie für die Klasse. Wir hoffen die Schüler wiederzusehen, ein zweiter Besuch wurde bei unserer Verabschiedung lautstark eingefordert.

Diesen Artikel habe ich zuerst auf www.sicher-dein-web.de veröffentlicht

Im April 2010 begann ich, nützliche Links zu medienpädagogischen Thmen in einem social-Bookmarking-Dienst wie Delicious oder Mister Wong zu sammeln. Dabei hatte ich primär die Zielgruppe der Studierenden meiner Seminare im Kopf und hätte nicht erwartet, innerhalb eines guten (zeitlich + inhaltlich) Jahres so viele lesenswerte Onlinequellen zu finden.

Das Nutzen dieser Technik hat hoffentlich für die Studierenden und auch ganz sicher für mich Vorteile. Das Verwalten der Lesezeichen geht über das bloße hinterlegen einer URL hinaus. Zu jedem Link vergebe ich passende Stichwörter (Tags) und eine Beschreibung, die sich in der Regel aus den zentralen Gedanken des Links speist. Insbesondere die Tags sind ein mächtiges Werkzeug. So werden die Lesezeichen nicht nur chronologisch zugänglich, ein gezieltes thematisches Recherchieren wird ermöglicht. In meinem Kopf scheint der Artikelinhalt durch die Aufbereitung auch besser zu haften, er zieht Querverbindungen.

Im Moment prüfe ich alternative Dienste, da Delicious in Kürze neue Betreiber bekommt. Einige wie Diigo erscheinen durch zusätzliche Möglichkeiten sehr interessant, noch bin ich unschlüssig, auf welcher Plattform die nächsten 1000 Links gesammelt werden. Dass es so viel lesenswertes Material geben wird, ist für mich unstrittig. Gefühlt ist das Interesse an Themen zu den Gefahren und auch den Möglichkeiten der Medien und auch die Verfügbarkeit von nützlichen Quellen im letzten Jahr nahezu exponential gestiegen.
Wenn nun auch vermehrt Schlagzeilen wie im aktuell letzten Artikel (enthält “deutsche”+”schlampen”+”computersicherheit”) produziert werden, lesen sich bestimmt noch viele weitere Menschen in die sonst meist sehr trocken wirkenden Themen ein ;)

Haben Sie Tipps zu geeigneten Alternativdiensten? Lassen Sie mich die gerne wissen, vielen Dank!

Hier die aktuelle Schlagwortwolke, viel Spaß beim Stöbern! http://www.delicious.com/tags/medienpaedagoge

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Jeder von uns lernt. Jeden Tag: ”Ich suche”, “ich archiviere”, “ich tausche mich aus” und “ich präsentiere”- diese vier Schritte gehen wir mit unterschiedlichen Lerntools (Lernwerkzeugen). Die folgende interaktive Infografik verschafft ihnen einen Überblick über unsere Lerntätigkeiten und Tools.

Online Lernumgebung von SicherDeinWeb
Das eingebundene Bild ist nur die “erste Ebene” der interaktiven Infografik.
Bitte klicken Sie auf diesen Link, um die tatsächliche Infografik in einem neuen Tab zu öffnen Lernumgebung von SicherDeinWeb

Der Hintergrund: Im Rahmen des E-Learnings Programms Open Course (http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11/)  waren die Teilnehmer vergangene Woche aufgerufen, ihre zehn Lerntools vorzustellen. Diese Woche sind die digitalen Lernumgebungen dran. Die beiden wichtigsten digitalen Lernumgebungen sind für uns der Computer und das Smartphone.

Die Macht der Infografik

Wir haben uns für eine Infografik entschieden, weil sie die Tätigkeiten in den Vordergrund und die Hilfsmittel (Tools) an zweite Stelle stellt. So kann jeder einzeln entscheiden, welche Tätigkeiten/ Tools ihn interessieren ohne einen ganz langen Blogbeitrag lesen zu müssen.

Aus drei Gründen halten wir uns für eine Infografik entschieden:

1. Eine Infografik visualisiert komplexes Wissen auf einfache Art und Weise

2. Eine Infografik fördert die schnelle Erfassung von den komplexen Zusammenhängen

3. Eine Infografik kann individuelle Lernwege ermöglichen.

Wie bei allen Grafiken und Bildern kommt es dann auf die Interpretation der Darstellung an.

Da wir mit SicherDeinWeb Eltern und Pädagogen in Workshops Anregungen und Hilfestellung geben, wie digitales Lernen gelingen kann, war es für uns besonders spannend zu reflektieren, wie wir im Team eigenlich lernen.

Wir hoffen wir können mit diesem Beitrag einen weitern Mosaikbaustein beim gemeinsamen kollaborativen Lernen im Rahmen des Open Course leisten.

Der Artikel und die Infografik stammen von: Gregory Grund und Florian Borns.
Der Artikel wurde zuerst auf www.sicher-dein-web.de veröffentlicht

Weitere Infos zum Open Course auf Twitter unter dem Suchbegriff/Hashtag #opco11 und eine Sammlung der Beiträge auf: http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11

Den Kursblog findet ihr hier: http://blog.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/opco11/kursblog/

Creative Commons Lizenzvertrag
Infografik: Die 10 Online-Lerntools von SicherDeinWeb von www.sicher-dein-web.de steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz.

Im Zuge der sehenswerten Austellung “I-Kosmos – Macht, Mythos und Magie einer Marke” im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst (bis zum 8.Mai) hatte ich die Gelegenheit, ein kleines Interview für die 3sat Sendung Bauerfeind zu machen.
(Erstausstrahlung am 08. Mai um 19:30 Uhr auf ZDF Kultur / Video in der Mediathek)
Einen Tag später begann die breite Berichterstattung zu den Bewegungsdaten auf Iphone und Ipad, der kritische Blick auf unsere Partnerunternehmen in der digitalen Welt wird zunehmend geschärft.
Da im kurzen Interview sicherlich nicht alles erwähnenswertes Platz hat und das Interesse an den Hintergründen der Marke Apple weiter steigt, hier eine Verschriftlichung meiner Gedanken für das Interview in Frage-Antwort Form.

F: Was ist das geniale an Apple Vermarktungsstrategie?

A: Apple ist eine Marke mit starker emotionaler Aufladung. Produkte des Konzerns werden mit positiven Eigenschaften wie Kreativität, Freiheit, Style verbunden. Apple unternimmt große Anstrengungen, dieses Bild auch klar zu halten, Kritik bleibt bisher weniger haften als z.B an Microsoft, Google…
Ebenso hat Apple es geschafft, unverwechselbar zu sein. Produkte haben durch das Design und insbesondere durch die Namensgebung eine schlüssige Apple-Identität.
Die Betonung des I, der Individulität, ist dabei zentral.
Apple gelingt es, für ganze Produktgruppen prägend zu sein. Ein MP3 Player ist ein Ipod, ein Tablet PC ein Ipad und Zusatzprogramme heissen Apps.
Gerätefamilien werden oft aufgefrischt und in Untervarianten auf den Markt gebracht. Apple bietet oft neue Kaufanreize und kann durch den Zeitvorsprung der Produkte sehr gute Preise zu erlösen.
Neben der Technik an sich wird auch ein Stück extrem positiv besetzter Lifestyle mitgekauft. Ihnen wird zugejubelt, wenn Sie das erste Exemplar einer neuen Gattung kaufen konnten. Und die emotionale Bindung ist entscheidend, wenn es um den Einfluss des Verstandes bei Kaufentscheidungen geht.

F: Was ist das auffallende bei Apple, welche Einschränkungen gibt es für den Nutzer.

A: Auffallend ist die Veränderung der Geschäftsfelder des Konzerns. Hin von einem Hard- und Softwareproduzenten zu einem weltweiten Vertrieb für digitale Inhalte. Über Plattformen wie Itunes und den Appstore stellt Apple Inhalte zur Verfügung. Und welche Inhalte das sind, das bestimmt Apple. Die Richtlinien für die Zulassung von Apps richten sich nur an Gesetze, sondern nach einem eigenen Geschmack, nach einer eigenen Weltsicht. Bei den Apps ist es am deutlichsten: Apple gibt Entwicklern das Werkzeug und somit den Möglichkeitshorizont vor. Welche Funktionen die App hat, welche Inhalte es vermittelt und welche Daten es für sich haben möchte, all das muss in einem Apple genehmen Rahmen stattfinden.

Auch die finanzielle Beteiligung des Konzerns als Vertrieb hat Folgen. Wie sich der Journalismus mit seinen Erlösmodellen entwickeln wird, hängt neben den Nutzern auch von Plattformen wie Apple und Google ab.

Neben dem Verkauf von Hard- und Software und dem Beliefern der Geräte mit Inhalte, wird zunehmend auch der Rückkanal der Geräte interessant. Die von jedem Nutzer generierten Daten über die Nutzung von Geräten wie Iphone und Ipad lassen sich auf vielfältige Arten kommerziell nutzen. Allgemeine Informationen wie Nutzungsumfang, Kontakte, Kommunikationskanäle, Kommunikationsinhalte, Bewegungsdaten usw lassen sich technisch einfach sammeln. Dabei sind persönliche Daten u.a. für das Platzieren von zielgerichteter Werbung hilfreich. Die massiven Datenmuster, die Smartphones über Ihren Besitzer zusammentragen, sind höchst lukrativ.

Apple verdient heute also bereits auf mindestens 3 Ebenen:

3 Ebenen des Apple-Geschäfts

F: Macht die Konkurrenz es denn besser?

A: Als Konkurrenten für Apple kann man aus verschiedenen Gründen Unternehmen wie Microsoft, Google, Facebook, Amazon… aufführen. Im Bereich der Software bietet Google viele attraktive Angebote. Diese werden in der Regel kostenfrei zur Verfügung gestellt, bezahlt wird mit den persönlichen Daten, die wir in die Software geben. Diese werden dann über z.B. zielgenaue Werbung in Einnahmen umgewandelt. Ob das ein vertrauenswürdiges Modell ist, muss jeder Nutzer für sich selbst entscheiden. Bei vielen Hardwareprodukten wird Apple oftmals als konkurrenzlos angesehen. Allerdings gibt es in der Regel schon recht kurz nach neuen Produktpräsentationen Modelle anderer Hersteller. Wer also dem verführenden Apfel eine Zeit lang widerstehen kann, hat die Möglichkeit andere Hersteller kennenzulernen.
Allgemein lässt sich sagen: In der Informationsgesellschaft sind Daten die wertvollste Ressource. Persönliche Daten sind das Zahlungsmittel der Nutzer. Wir beginnen erst langsam zu begreifen, welches Potential unsere Datensätze haben.
Das Unternehmen versuchen, möglichst viel des nutzbaren Rohstoffes möglichst günstig zu bekommen, liegt auf der Hand. Noch haben viele Nutzer den Wert Ihrer persönlichen Daten nicht erkannt und können so auch keine Verhandlungsposition einnehmen.

F: Irgendwas muss doch dran sein an den Apple-Produkten?

A: Apple hat die Computertechnik für Menschen zugänglicher gemacht. Im Gegensatz zu Windows scheint Apple mehr von der menschlichen Nutzerperspektive auszugehen. Sie haben die graphische Benutzeroberfläche mitsamt der vetrauten Bilder Schreibtisch, Papierkorb usw. vorangetrieben und auch bei den Eingabemedien wie der Maus oder jetzt der Berührungssteuerung eine direktere Verbindung der Kunden zu Ihrem Produkt hergestellt. Apple hat frühzeitig Design der Hard- und Software als mitentscheidenden Wettbewerbsfaktor erkannt. Der Kontrast zum Konkurrenten Microsoft hat es einfach gemacht, sich als frische und kreative Alternative zu positionieren

F: Was hat Apple anders gemacht?

Ein Wendepunkt in der Firmengeschichte ist wohl das Jahr 1997, Steve Jobs kehrt als prägende Figur zurück. Mac OS X wird entwickelt und Apple-exklusiv eingesetzt. Auch der Designschwerpunkt kam zu dieser Zeit richtig raus. All das waren Grundlagen, um eine Alternative im Kontrast zu Microsoft zu werden. Die hatten sich unbeliebt gemacht, weil Sie Ihr Betriebsystem auf die Hardware der meisten Anbieter gebracht hatten und im Wettstreit um Marktanteile des Browsers Ihren Explorer extrem protegiert hatten, um ein quasi-Monopol zu erreichen. Das hat viele Nutzer dazu veranlasst, sich nach Alternativen umzusehen. Apple konnte das Bewegungspotential gut nutzen. Und von diesem Anfangspotential aus, hat Apple es geschafft, viele Leute für Technik zu begeistern, die nicht wussten, dass Sie von Technik zu begeistern sind. Durch die immensen Erfolge der mobilen Geräte, die Apple in hoher Stückzahl abgesetzt hat und der hohen Akzeptanz von Itunes, hat Apple nun auch ganz andere Märkte erschlossen. Das Vertreiben von Inhalten und natürlich das höchstlukrative Feld der Werbung. Und hier gilt es Reviere zu sichern und die Nutzer möglichst nicht mehr aus der eigenen Hard- und Software zu lassen.

F: Was für ein Kundenverhalten bedient Apple?

A: Das Zusammenspiel von Hard- und Software weitet sich zunehmend aus. Die mobilen Smartphones und die persönlichen Daten die Sie protokollieren, erfordern auch ein gewisses Vertrauen gegenüber seinem Anbieter. Und wenn man z.B. sieht, dass Apple sich unaufgeregt die Auswertungsrechte der Bewegungsdaten Ihrer Geräte zuschreibt, dann muss das Vertrauen schon sehr groß sein. Aber wer es sich richtig bequem gemacht hat und alles persönlich in der Apple Welt einrichtet hat, der zieht nicht so schnell um. Man bekommt ja auch alles aus einer Hand. Aber wer nicht mehr weiss, dass es auch noch andere fütternde Hände gibt, der hat sich Abhängig gemacht.

F: Wie sollte man sich als Nutzer verhalten?

Wie in anderen Zusammenhängen auch: möglichst kritisch und mündig. Welcher Anbieter hilft mir am besten, meine Wünsche best möglichst umzusetzen und was gebe ich dafür?
Begeben Sie sich nicht in eine gefühlte Abhängigkeit indem Sie nur die Hard- und Software eines Anbieters nutzen. Mischen Sie Dienste und halten Sie auch jeweils die Augen nach Alternativen auf. Ich denke, dass eine Vielfalt förderlich ist, Monopole haben für den Nutzer deutliche Nachtteile. Die Verteilung der digitalen Welt ist im vollen Gange und wir schaffen durch unser Nutzungs- und Konsumverhalten mächtige Marken. Und ganz grundsätzlich: Überlegen Sie, was Sie an persönlichen Daten über Dienste an Ihre Anbieter einspeisen wollen und müssen. Warum ist die Nutzungsvereinbarung mit Anbietern wie FB, Google und Apple um ein vielfaches länger als der Zettel, den Sie vor einer HerzOP unterschreiben?

Weitere Artikel zum Thema finden Sie hier

Creative Commons Lizenzvertrag
Apple – Verdienen auf mehreren Ebenen von www.gregory-grund.de steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported Lizenz.

Die Schlagzeilen rund um Cybermobbing reißen nicht ab. Über Gewaltexzess nach Cybermobbing berichtet aktuell der Spiegel. Prof. Dr. Aufenanger von der Universität Mainz gibt im Interview Ratschläge für Eltern und Lehrkräfte.

Fragen im Videointerview:

  • Können Sie beschreiben, warum Cybermobbing eine andere Qualität hat, als das bisher bekannte Mobbing?
  • Haben Sie Ratschläge für Eltern, wie sie Ihre Kinder sensibilisieren können nicht „Opfer“ zu werden und auch nicht „Täter“  zu werden?
  • Wo können die Leser noch mehr über Sie im Internet erfahren?

Prof. Dr. Aufenanger sieht Eltern, aber auch Schulen in der Verantwortung Cybermobbing zu thematisiern, zum Beispiel in Form eines Rollenspiels.

Weiterer Lesetipp: Das hessische Netzwerk gegen Gewalt erklärt in einem lesenswerten Artikel, warum nur eigenes medienethisches Bewusstsein unsere Kinder und Jugendlichen nachhaltig vor Cybermobbing schützen kann.

Der Artikel wurde zuerst auf SicherDeinWeb veröffentlicht.

Eine Werbeagentur möchte eine Band zur Teilnahme an der Werbekampagne für Bild gewinnen.
Die wuchtige Absage erregt großes mediales Interesse und wird an viele Stellen wie Zeit.de, Spiegel Online und dem Bildblog (inklusive kompletter Anfrage und lesenswerter Replik) besprochen.

Die Absage ist an vielen Stellen ein sehr gutes Beispiel für die Dimensionen von Medienkompetenz, die über das Drücken von Knöpfchen hinausgehen. Medienkunde (das Wissen über Mediensysteme) und Medienkritik (die Analyse problematischer gesellschaftlicher Entwicklungen) sind in Baackes Konstrukt elementare Aspekte, die oftmals in der alltäglichen Förderung von Medienkompetenz unterbetont werden.
Neben der Mediennutzung und der Mediengestaltung bilden diese 4 Säulen das Fundament der Medienkompetenz, die im Kern dazu befähigen soll, Medien den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend nutzen zu können.
Das dieses Ziel erreicht wurde, lässt sich nun wahrscheinlich an den Verkaufszahlen der zwei Tage zuvor veröffentlichen Single ablesen…

Zwei erfolgreiche Workshops zum Thema „Kindersicherung- so mache ich meinen Familiencomputer fit!“ haben wir mit SicherDeinWeb nun im Auftrag des Präventiven Jugendschutz Frankfurt und des Vereins Eltern für Schule e.V. absolviert. Auf der Tagung „Neue Medien verändern Schule“ in Mainz haben wir Prof. Dr. Aufenanger zum Einsatz von Kindersicherung in Familien befragt.

Interview mit Prof. Dr. Aufenanger, AG Medienpädagogik an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz.

  • Welche unterschiedlichen Strategien haben Eltern beim Einsatz von Kindersicherungssoftware?
  • Wie sollten Eltern das Thema Kindersicherung mit Ihren Kindern besprechen?
  • Ab wann können Eltern mehr Eigenverantwortung für Ihr Kind zulassen?
  • Kindersicherung für mobile Endgeräte (Handy, Ipod touch etc.): Wie ist der aktuelle Stand der Technik?
  • Wir danken Prof. Dr. Aufenanger für das Gespräch.

    Weitere Infos: www.aufenanger.de

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