Posts Tagged ‘Eltern’

24. Mai 2014
13:00bis17:00
22. November 2014
13:00bis17:00

Wann: 05. April und 22. November 2014 – 13:00 – 17:00 Uhr
Wo:
Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt am Main,
Eschersheimer Landstraße 223, 60320 Frankfurt am Main
Inhalt:

Das Internet ist für Kinder und Jugendliche vor allem ein Kommunikationsmedium. Soziale Netzwerke wie Facebook üben einen starken Reiz auch auf Kinder aus, die sich trotz des Mindestalters von 13 Jahren bereits auf der Plattform tummeln. 28 Millionen Facebook-Konten alleine in Deutschland zeugen von einer raschen und umfassenden Ausbreitung des Megatrends, Onlinekommunikation ist Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen. Der teils naiven Nutzung vieler junger Mitglieder steht oft eine Skepsis der Eltern gegenüber, die sich um Begriffe wie „Datenschutz – Transparenz – Cybermobbing“ bildet.

Daher sprechen wir nicht über unsere Kinder, sondern mit ihnen!
Wie funktioniert Facebook und wie ist das Geschäftsmodell? Was tun Kinder und Jugendliche auf Facebook? Welchen Einfluss hat Facebook auf die Privatsphäre?

Ausführlich wird auf die individuellen Einstellungsmöglichkeiten rund um die Privatsphäre eingegangen:
Welche Einstellungen gibt es und welche übergeordneten Fragen helfen mir bei meiner Strategiefindung? Was sind die rechtlichen Hintergründe beim Teilen und Verbreiten von Fotos und Musik? Welche Alternativen zu Facebook gibt es?
Zu all diesen Fragen gibt Ihnen der Referent Impulse und bringt so einen gemeinsamen Austausch und Perspektivwechsel in Gang. Profitieren können beide Seiten: Sie als Eltern lernen etwas über die produktiven Nutzungsmöglichkeiten, Ihre Kinder mehr über den bewussten Umgang mit dem Internet.

Die Teilnahme an der Veranstaltung kostet 20 €
Die Anmeldung erfolgt über jugendschutz@stadt-frankfurt.de oder Fax: 069 / 212 73013.
Nach Zusage erhalten Sie die Kontodaten und die Wegbeschreibung.

4. September 2014
17:00bis20:00
11. September 2014
17:00bis20:00
18. September 2014
17:00bis20:00
25. September 2014
17:00bis20:00

Wann: 4 aufbauende Termine am 04.09., 11.09., 18.09. und 25.09.2014, jeweils von 17:00 bis 20:00 Uhr
Wo:
Evangelisches Zentrum Rechneigrabenstraße, Tagungsraum EG
Rechneigrabenstraße 10, 60311 Frankfurt/M
Inhalt:

Die Anwendungsmöglichkeiten Ihres Smartphones sind nahezu
unbegrenzt: Text- und Bildkommunikation weltweit, Informationen
zu allen denkbaren Themen finden, Navigationsdienste nutzen, Fotos
und Videos aufnehmen und bearbeiten, nebenbei telefonieren und
vieles mehr. Wie können Sie die vielen Funktionen am besten nutzen?
Gemeinsam eignen wir uns in vier aufeinander aufbauenden Sitzungen
die Kontrolle über unsere Geräte an. In der ersten Sitzung sammeln
wir Ihre Wünsche: z.B. Übungen zur Eingabe, Einstellungen vor-
nehmen, das Finden von neuen nützlichen Zusatzprogrammen,
Kommunikationsdienste wie WhatsApp und
Skype bedienen

Kosten: € 60,- für alle vier Sitzungen. Bringen Sie Geräte, Fragen und etwas Entdeckerlust mit.

Anmeldung über Barbara Hedtmann, Rechneigrabenstraße 10, 60311 Frankfurt
Tel: 069 92105-6678, Fax: 069 92105-6793
Mail: barbara.hedtmann@frankfurt-evangelisch.de

Das vollständige Programm finden Sie hier.

22. Februar 2014
10:00bis14:00


Das Smartphone, mein Kind und ich

Tipps und Tricks für eine altersgerechte Medienerziehung

Smartphones sind sehr schnell Teil der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen geworden. Der mobile Internetzugang verändert vieles: Von den zugänglichen Inhalten bis zu der Art, wie wir miteinander kommunizieren.
Die Frage „Ob“ stellt sich nur noch eine begrenzte Zeit lang, es geht viel mehr um das „Wie“:

- Welche Einstellungsmöglichkeiten gibt es auf Smartphones, um bestimmte Inhalte und Aktionen auszuschliessen?
- Wie passen technische Lösungen in unsere Strategie zur Medienerziehung
- Wie funktionieren die beliebtesten Anwendungen WhatsApp und Facebook Mobil und was gibt es dabei zu beachten?
- Welche Apps sind empfehlenswert für Kinder und Jugendliche?

Dieser Workshop richte sich vor allem an Eltern mit Kindern im Alter 8 bis 16 Jahren. Neben den Impulsen des Referenten geht es vor allem um den gemeinsam Austausch zu Erziehungsstrategien und zum handlungsorientierten Ausprobieren: Bringen Sie bitte nach Möglichkeit eigene mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets mit! Auch über Empfehlungen zu geeigneten Apps freuen sich alle Teilnehmer, bringen Sie Ihre Erfahrungen mit!

Ihr Referent: Gregory Grund, Medienpädagoge, Geschäftsführer bei SicherDeinWeb und Digitale Helden, Lehrbeauftragter an der Goethe Universität Frankfurt (www.sicher-dein-web.de)
Die Veranstaltung wird ermöglich durch das Freie Bildungswerk Rheinland

19. November 2013
19:00
4. Dezember 2013
19:00
29. Januar 2014
19:00

Die Digitale Helden haben nun bereits an ihren Heimatschulen Klassenbesuche absolviert und stehen als Ansprechpartner für ihre Mitschüler zur Verfügung.
Nun wird auch den Eltern an den Heimatschulen das Angebot gemacht, sich an einem gemeinsamen Abend zu Themen wie Facebook, WhatsApp, Mobbing usw. fortzubilden.

Die Digitalen Helden werden dabei ihr Wissen präsentieren und dabei jeweils von einem Ausbilder aus dem Team unterstützt.
SicherDeinWeb betreut mit Partnern das schulische Mentorenprogramm Digitale Helden

Die Elternabende der Digitalen Helden finden in Frankfurt an folgenden Schulen statt:

19.11.2013 – Ernst-Reuter-Schule
04.12.2013 – Freie Waldorfschule
29.01.2013 – Anne-Frank-Schule

Die weiteren Termine werden in Kürze bekannt gegeben.

Möchten Sie mehr über das Projekt erfahren? Besuchen Sie uns auf der Seite www.digitale-helden.de und lesen Sie mehr über den Ablauf, das Konzept sowie die Partner.

Möchten Sie eine Partnerschule werden oder das Projekt in anderen Regionen unterstützen? Dann melden Sie sich gerne über die Webseite oder schreiben Sie und eine Nachricht an Florian Borns info@digitale-helden.de

Dieses Mal hat es mit frischen Bachelorarbeiten länger gedauert, dafür gibt es nun jede Menge interessantes Lesematerial. Meinen Glückwunsch an alle KandidatInnen, die in den letzten Prüfungsphasen ihren Abschluß gemeistert haben!

5 Personen haben dankenswerterweise ihre Arbeit für alle Interessierten zur Verfügung gestellt:

Aus dem Sommersemester 2012:
Cybermobbing im Web 2.0” / von Joana Appel
Neben Grundlagen stehen pädagogische Perspektiven wie die Dynamiken und Empfindungen der beteiligten Rollen im Mittelpunkt. Ebenso werden Präventions- und Interventionsmaßnahmen beleuchtet.

Aus dem Wintersemester 2012-13:
Kinder. Fernsehen. Erziehung. – Über das Medium, die jüngste Zielgruppe und die pädagogischen Herausforderungen” / von Annika Röder
Schwerpunkte bilden die Entwicklung des Mediums sowie die kindliche Wahrnehmung u.a. nach Piaget. Die “Erziehungsaufgabe Fernsehen” wird aus Sicht von Eltern und Erziehern gedacht. Eine kurze Betrachtung von Kinderangeboten wie Ki.Ka und BabyTV findet ebenfalls statt.

Aus dem Sommersemester 2013:
Medienerziehung – Der pädagogische Umgang mit kindlichen Fernsehgebrauch” / von Sarah Kollross
Auch diese Arbeit beschäftigt sich intensiv mit dem kindlichen Erleben von TV und der pädagogischen Begleitung. Etwas ausführlicher werden hier das kindliche Fernsehverständnis sowie die elterliche Begleitungsmöglichkeiten beleuchtet.

“Geocaching – Potentiale für die pädagogische Praxis” / von Markus Ries (Dokument auf Wunsch entfernt)
Die Arbeit beleuchtet das junge Phänomen Geocaching. Eine selbst organisierte Tour wird ausführlich beschrieben. Darauf aufbauend werden spielpädagogische Überlegungen und Potentiale identifiziert.

Lernmechanismen in Computerspielen nach James Paul Gee” / von Viktoria-Eva Bauer
Die Arbeit erschliesst zunächst die bisher nur auf Englisch vorliegenden Lernmechanismen in Computerspielen nach Gee. Die Potentiale werden durch die Betrachtung von Thesen Spitzers und McGonigals eingeordnet. Ebenso werden erste vorsichtige Übertragungen der Erkenntnisse in didaktische Konzepte für z.B. Schulen skizziert.

Weitere Themen in den drei vergangenen Prüfungsphasen waren u.a.:

- Online-Beratung: Wandel der professionellen Beratungsangebote am Beispiel Essstörungen

- Kinder als Zielgruppe von Werbung

- Medienpädagogik im Alter

- Das idealisierte Frauenbild in der Werbung

- (Neue) Medien im Kindergarten

- Soziale Netzwerke – Neue Herausforderungen in der Medienerziehung

Ich bedanke mich für den Input und hoffe auf weitere spannende Arbeiten in den kommenden Semestern!

15. Mai 2012
09:00bis17:00

Am 15. Mai diesen Jahres starten wir wieder unseren hessenweiten Fachtag. Diesmal unter dem zeitgemäßen Motto “Teilen und Beteiligen – die Potentiale digitaler Medien nutzen!”.

Der Fachtag ist eine Kombination aus klassischen Vorträgen und Barcamp!

Der Vormittag beginnt mit zwei Fachvorträgen. Thomas Rathgeb von der JIM Studie berichtet “Wie Jugendliche digitale Medien nutzen”. Über seine Praxiserfahrungen von “Facebookgruppen im Unterricht” erzählen im Anschluss Martin Kurz, Realschulzweigleiter und ein Schüler der Adolf Reichwein Schule in Langen.

Zum Programm:

Programm Fachtag “Potentiale digitaler Medien nutzen”.

Das erste hessenweite Bildungs-Barcamp!

Am Nachmittag laden wir zum ersten hessenweiten Bildungs-Barcamp ein. Ein Barcamp ist eine Mit-Mach-Konferenz. Die Teilnehmer stehen als Experten im Zentrum und erstellen und gestalten die Inhalte und Ablauf des heutigen Nachmittages selbst. Die  Teilnehmer werden dadurch zu „Teilgebern“. Der Austausch und die Diskussionen über die „Potentiale digitaler Medien“ sollen im Zentrum stehen.

Soziale Netzwerke, Facebook, Handynutzung in der Schule, Mobile Learning, Lernplattformen wie Moodle oder Mahara, die Rolle interaktiver White – sie selbst gestalten  als Teilnehmer das Programm.

Als Vorbild für dieses kleine Bildungsbarcamp dienen die deutschlandweiten Educamps!

Zielgruppe für diesen Fachtag sind Lehkrkräfte in Schulen, Pädagogen in der schulischen uns außerschulischen Bildungsarbeit und Eltern!

Um die lokale Vernetzung zu fördern und selbst aktiv zu werden haben wir uns für die Methode Barcamp entschieden.

Anmeldung

Bei Inge Fartak (MuK)
E-Mail: muk@muk-hessen.de
Telefonnummer: 06103-3131-1203
Erst nach Anmeldung erfolgt die Bankverbindung

Anbei Video, das erklärt wie ein Educamp funktioniert. Auch der Fachtag “Teilen & Beteiligen” wird am Nachmittag nach dieser Methode durchgeführt. Wir freuen uns auf ihr Kommen!

Florian Borns,  Team Netzwerk Medienpädagogik.

Was ist eigentlich ein EduCamp from Ralf Appelt on Vimeo.

Die Materialien zum Download!
Gerne können Sie die Materialien auf Ihrer Webseite online stellen.

Laden Sie Pädagogen und Eltern zum Fachtag ein!

DIN A3 Poster: Fachtag Teilen & Beteiligen

Programm Fachtag “Potentiale digitaler Medien nutzen”

Elternworkshop mit SicherDeinWeb

Seit Ende 2010 bietet SicherDeinWeb mit dem Jugendschutz Frankfurt/M und dem Stadtelternbeirat Frankfurt/M für Eltern Workshops zum Thema  “Medienerziehung heute – So richte ich Computer & Handy kindgerecht ein” an.
Exakt diesen Themen behandelt Marcel Rechlitz in seiner Abschlußarbeit und bat uns zu einem Interview. Mit seiner freundlichen Genehmigung teilen wir es gerne hier.

1. Sie bieten unter anderem Workshops und Vorträge für Eltern an, in denen Sie den Einsatz von PC-Kindersicherungen in der Medienerziehung thematisieren. Stellen Sie sich, ihre Arbeit und deren Grundsätze bitte kurz vor.

Mein Name ist Gregory Grund und ich bin Medienpädagoge. Ich arbeite mit einer Hälfte am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe Universität Frankfurt und bin dort Lehrbeauftragter für den Bereich „Neue Medien“. Auf der anderen Hälfte arbeite ich selbstständig mit zwei Kollegen unter dem Namen SicherDeinWeb. Unser Ziel ist es, im Kontext medienpädagogischer Fragen zu sensibilisieren, Fachwissen zu vermitteln und handlungsorientiert die Entwicklung eigener Strategien zu unterstützen.  Dazu bieten wir Workshops, Beratung und digitales Lernmaterial zu Themen wie Kindersicherungssoftware, Cybermobbing, Selbstdarstellung in sozialen Netzen etc  für Eltern, Jugendliche, Schulklassen sowie Unternehmen und Einrichtungen an. Unsere Absicht ist es, Orientierung in den sehr dynamischen digitalen Welten zu geben und dabei technische und kommunikative Tipps in eine individuelle Strategie direkt umsetzbar zu machen.

2. Wie gestalten Sie Ihre Veranstaltungen zum Thema „Kindersicherung“? Stehen technische, pädagogische oder rechtliche Aspekte im Mittelpunkt?

Alle drei Aspekte spielen in diesem Workshop eine Rolle. In den vier Stunden führen wir zunächst in kindliches und jugendliches Nutzungsverhalten am PC ein und lernen dabei vor allem die teilnehmenden Eltern kennen. Wir versuchen direkt individuelle Herausforderungen zu identifizieren und bringen auch die Eltern mit Ihren Erfahrungen miteinander ins Gespräch. Beim Nutzungsverhalten spielen dann auch rechtliche Aspekte eine Rolle, insbesondere wenn es um Urheberrechtsverletzung durch Filesharing und Abofallen geht. Nach der Hinleitung installieren die Eltern begleitet auf ihren mitgebrachten Laptops die Kindersicherungssoftware und lernen die Hauptfunktionen (Nutzungszeiten, Netzinhalte und Programme einstellen)  und deren Möglichkeiten kennen. Es ist aber sicherlich nicht primär eine Softwareschulung, uns ist wichtiger, dass die Eltern die Möglichkeiten für ihre Erziehungsstile begreifen und sich über eine sinnvolle Strategie mit den anderen Eltern verständigen. Den Abschluss bilden dann Anregungen für das Eltern-Kind-Verhältnis: Welche Anlässe gibt es, um Mediennutzung in der Familie zu besprechen? Wie kann ich mein Kind aktiv begleiten und mit ihm reflektieren? Wie kommuniziere ich, damit meine Botschaften verständlich ankommen?

©SicherDeinWeb Florian Borns mit Eltern

3.Welche Eltern besuchen ihre Veranstaltungen zu den Themen Medienerziehung und „Kindersicherung“?

Grundsätzlich Eltern, die bereits ein Stück weit für die Medienerziehung sensibilisiert sind und sich selbst auch ein gewisses technisches Geschick zutrauen. Das kann Interesse an der Weiterbildung sein, manche haben auch bereits einen bestimmten Einsatzwunsch resultierend aus ihrer aktuellen Situation. Auffallend ist, dass viele Eltern relativ alte Kinder haben. Ich persönlich sehe die effektivste Nutzung dieser Software bei der Begleitung der ersten Schritte am Rechner, momentan also wahrscheinlich mit 5-6 Jahren und im Grundschulalter. Schwierig wird es, wenn ein 15-jähriger Jugendlicher nach jahrelangen, unreglementierten Netzzugang in ein enges Korsett gesteckt werden soll. Idealerweise begleitet die Software von Beginn an die Netznutzung und kann dann sukzessive abgebaut werden.

Viele Eltern haben auch sicherlich den Wunsch nach Austausch und möchten andere Eltern und ihre Strategien in den gleichen Situationen kennenlernen.

4. Welche Ängste und Probleme äußern Eltern nach Ihrer Erfahrung in Bezug auf die Mediennutzung ihrer Kinder? Welche Hilfen wünschen sie sich?

Die neuen Medien stellen Eltern auf eine ganz besondere Herausforderung, da sie nicht auf eigene Erfahrungswerte zurückgreifen können und ihre Kinder oftmals als deutlich versierter erleben. Ein zentraler Punkt sind die Nutzungszeiten und deren Einhaltung. Zeitliche Vorgaben muss jede Familie für sich entwickeln, dabei hilft der Austausch mit anderen.

Bei der Umsetzung kann die Software sehr gut unterstützen, da zeitliche Limits für PC- und Internetzeiten festgelegt werden können und der PC dann runterfährt. Das Drohen und der Schwarze Peter “du, ich ziehe gleich das  Stromkabel” kann so elegant auf die Software delegiert werden. Interessant dabei ist vor allem auch das TAN-System, mit den Kinder vorher definierte Kontingente selbstständig über die Woche verteilt einlösen können. Das fördert das Wahrnehmen von aufgewendeter Zeit sowie die eigenständige Einteilen.
Das zweite Problemfeld sind Urheberrechtsverletzungen sowie Abofallen. Einige Risiken lassen sich mit der Software und dem Vermitteln einer grundsätzlichen Datensparsamkeit für Kinder minimieren. Zusätzlich ist es natürlich unerlässlich, dass sich die Eltern interessieren und informieren. Es ist weder für Kinder noch Eltern einfach nachzuvollziehen, welche Quellen für Musik und Filme legal sind, der Markt ist da sehr dynamisch, die Rechtssprechung teils unklar. Wichtig ist, mit den Kindern über Quellen zu reflektieren und sich über die Grundlagen zu informieren.
Hier braucht es sicherlich nachvollziehbare Informationen für Eltern. Viele sind mit den technischen und juristischen Feinheiten (Was sind P2P-Netzwerke und was ist der Unterschied zu einem Stream? Warum ist das eine Portal legal, dass andere aber nicht?) nicht vertraut.
Dann spielt natürlich die Konfrontation mit ungeeigneten Inhalten über das Netz eine große Rolle in den Befürchtungen der Eltern. Gewalt, Pornographie, Extremismus, Glücksspiel und Werbung sind dabei oft genannte Bereiche. Viele Eltern wünschen sich dabei insbesondere für junge Kinder einfache Filter, die Seiten mit diesen Inhalten aus dem Surferlebnis Ihrer Kinder fernhalten. Diese Sicherheit kann nie zu 100% gewährleistet werden, das wirkungsvollste Werkzeug der Eltern ist immer die Dialogbereitschaft, die Begleitung von medialen Erfahrungen und die Möglichkeit für Kinder, über Erlebnisse sprechen zu können. Einen Großteil unerwünschter Seiten lässt sich mit Kindersicherungssoftware über Filter nach Themen in Kombination mit  Black- & Whitelist filtern. Wichtig ist dabei für Eltern, dass diese Filter fliessend an die Entwicklung des Kindes angepasst werden sollten.
Die aktuellen Ansätze des JMStVs spielen in der Lebenswirklichkeit der Eltern in unseren Workshops keine Rolle und sind auch nicht groß bekannt.

SicherDeinWeb im Elternworkshop

5. Elterliche Medienerziehung erfordert elterliche Medienkompetenz. Was sind Ihrer Meinung nach diesbezüglich die größten Defizite von Eltern. Welche Lösungen sehen Sie?

Medienerziehung erfährt täglich eine zunehmende Bedeutung. Eltern mit Interesse an der digitalen Lebenswelt und der Bereitschaft sich lebenslang selbstgesteuert mit neuen Techniken auseinanderzusetzen, haben schon sehr gute Voraussetzungen. Alle Eltern müssen für sich auch eine Position beziehen und diese auch fortlaufend mit Ihren Kindern diskutieren. Wir müssen Ihnen helfen, diese Positionen zu finden und Sie dabei unterstützen, Sie auch gelebt in die Familien zu bekommen. Die Vernachlässigung bis Aufgabe von Medienerziehung, welche oftmals aus Unsicherheit und fehlendem Vertrauen in die elterliche Kompetenz wächst, macht unreflektierte Extremnutzungen möglich.

Konkrete Defizite haben wir bei diesem dynamischen Themen alle, Eltern haben oftmals Aufholbedarf im grundlegenden Umgang mit der Technik und mit den gesellschaftspolitischen Auswirkungen des Internets. Viele Eltern bemerken an sich selbst das Muster des ewigen Mahners, der stets vor den Gefahren warnt. Dabei ist auch das positive Vorleben von eigenen Mediennutzungsstrategien essentiell für die Ausbildung von Medienkompetenz bei Kindern. Das gilt für bekannte Medien wie dem Fernseher und noch mehr für die vielen neuen Möglichkeiten des Netzes.
Zugespitzt ist die Lösung, nicht nur für medienpädagogische Themen, stets Lernen. In unserer Wissensgesellschaft mit ihren sich schnell wandelnden Anforderungen an uns, brauchen wir zunehmend die gelebte Kultur des lebenslangen Lernens. Dies kann nicht nur mit im Netz publizierten Infomaterialien funktionieren, Lernen ist Kommunikation. Es braucht mehr Treffpunkte und Fortbildungen auch für Eltern. Neben selbstorganisierten Veranstaltungen sehe ich auch Verantwortung bei Unternehmen sowie der Politik auf allen Ebenen. Manche Einrichtungen und Unternehmen bieten Ihren Mitarbeitern bereits Elternweiterbildungen. Da sind medienpädagogische Themen oftmals doppelt relevant, ein Thema wie Passwortsicherheit nutzt auch im Berufsalltag.

6. Mediennutzung innerhalb der Familie ist eingebettet in den Erziehungsstil der Eltern. Die Unterstützung durch Kindersicherungen kommt manchen Erziehungsstilen mehr entgegen als anderen. Was raten Sie Eltern für den Einsatz einer solchen technischen Lösung?

Grundsätzlich ist die Kindersicherungssoftware eine flankierende Maßnahme in der Gesamtstrategie und auf keinen Fall ein Art Autopilot, der die Medienerziehung ersetzt. Wie umfangreich und in welcher Art sie genutzt wird, kann ganz auf den individuellen Stil angepasst werden. Zentral für uns ist, die Software als regelmäßigen Gesprächsanlass in der Familie zu nutzen. Wie kommt man mit der Zeit zu recht, welche neuen Seiten interessieren die Kinder und sollen freigeschaltet werden? Es gibt auch gute Gründe, warum die Software auf für die Kinder eine Bereicherung ist. Wir  raten dazu, die Software nicht „von Oben herab“ aufzudrücken, sondern direkt Verständnis für die Maßnahme zu fördern. Verständlicherweise wirkt die Software als ein starkes Kontrollinstrument, eine Facette, die viele Eltern in ihrer Strategie nicht überbetonen wollen. Auch hier gibt es Gestaltungsraum, viele Eltern nutzen zum Beispiel bewusst die Report-Funktion nicht, die genauer über das Nutzungsverhalten des Kindes Aufschluß gibt.

7. Viele Veranstaltungen zu Fragen der Medienerziehung sind darauf angewiesen, dass Eltern aktiv die Teilnahme an ihnen suchen. Es gibt jedoch auch Eltern, die mit klassischen Angeboten nicht erreicht werden können. Welche Konzepte gibt es, auch schwer erreichbare Eltern für Themen der Medienerziehung zu sensibilisieren?

Richtig, hier zeigen sich die Grenzen von Onlinematerialien und Infobroschüren. Diese kommen an, wenn Sie über persönliche Kontakte und mit begleitenden Gesprächen angeboten werden können und reichen bei Weitem nicht aus. Einrichtungen wie die Erziehungshilfe können sehr wertvolle Partner sein, da Sie direkt in den Familien für Fragen der Medienerziehung sensibilisieren können. Das medienpädagogische Workshopangebot im Rhein-Main-Gebiet ist leider sehr überschaubar. Insbesondere, wenn Sie mit relativ hohen Teilnahmegebühren verbunden sind.
In Frankfurt sind unsere Workshops zur Kindersicherungssoftware Dank der Unterstützung des Stadtelternbeirats für finanzschwache Eltern sogar kostenfrei.

8. Erziehungsberatung bewegt sich zwischen Erwachsenenbildung und Jugendhilfe. Je nach Schwerpunkt und Zielgruppe sind unterschiedliche Ansätze und Institutionen darin involviert. Wie gestaltet sich die Kooperation von Jugendhilfe, Bildungs-/Erziehungseinrichtungen und Erwachsenenbildung in Bezug auf die medienpädagogische Erziehungsberatung?

In Frankfurt gibt es zumindest Schnittstellen in Form von Weiterbildungsmöglichkeiten. Über den präventiven Jugendschutz Frankfurt werden viele Angebote gemacht. Einrichtungen der Jugend- und Erziehungshilfe holen sich vermehrt für aktuelle Themen auch externe Experten für Teamfortbildungen ins Haus.

9. Wo bestehen diesbezüglich Bedarfe und Potenziale für die Zukunft? Welche Rolle muss Familienbildung in Bezug auf die Medienerziehung und Jugendmedienschutz spielen?

Jugendmedienschutz kommt durch die globale Struktur des Netzes schnell an Wirksamkeitsgrenzen. Das Potential ist sicher noch nicht ausgeschöpft. Neben dem Verhindern von altersungemäßen Inhalten, ist es aber zunehmend wichtig, Familien als Schutz- und Reflexionsraum zu stärken. Eine Intensivierung der Elternarbeit von Einrichtungen wie Schulen und Kindertagesstätten kann benötigte Allianzen bilden und auf die Herausforderungen der Medienerziehung eingehen. Für kompetente Medienerziehung sind niedrigschwellige Weiterbildungs- und Austauschangebote für Eltern zentral. Neben politischen Initiativen und Kampagnen zu Sensibilisierung erhoffe ich mir auch zunehmend Netzwerkeffekte. Je mehr Eltern sich die offenen Fragen und Ihre Verantwortung bewusst machen und darüber mit anderen Eltern sprechen, desto besser ist die Grundlage für alle Unterstützungsangebote.

Die Fragen beantwortete Gregory Grund für SicherDeinWeb.
Auch in diesem Jahr führen wie die Workshopreihe fort, die nächsten Termine in Frankfurt am Main sind am 05. 05. / 23. 06 / 08. 09 / 03. 11 und am 08. 12. 2012.

9. März 2012
14:00bis16:00

Wann: 09. März, 14 – 16 Uhr

Wo: Kita St. Anna (organisiert durch das IFZ Frankfurt) / Gruppe von Grundschülern (1.-4. Klasse)

Inhalt des Hortbesuchs (60 Minuten) ist die handlungsorientierte Sensibilisierung für den bewussten Umgang im Internet mit dem Schwerpunkt sozialer Netzwerke für Kinder.
Übergeordnetes Ziel ist die Intensivierung des Eltern-Kind-Dialogs zu medienpädagogischen Fragen. Die Kinder erhalten Aufgaben und Informationen, die sie gemeinsam mit ihren Eltern besprechen werden.